Wohlfühlfilm

„Wer ist Daddy?“ im Kino

Langsam, ganz langsam gleitet Peter Reynolds in seine Midlife-Crisis: Er ist geschieden, das Verhältnis zu seinem Sohn ist gestört und in seinem Job als Proktologe hört er die immer gleichen Witze

Warner

Als ihm dann sein Zwillingsbruder Kyle bei der Hochzeit ihrer Mutter Helen zu sehr auf den Zeiger geht, zieht er sich zurück und glaubt, ein Familiengeheimnis entlarvt zu haben: Der totgeglaubte Vater lebt und ist Fernsehschauspieler. Den Zahn muss Helen ihren Söhnen jedoch gleich ziehen, schließlich führte Mutter bereits in den 70er Jahren ein sexuell selbstbestimmtes Leben. Sie kann nur mit einer Liste von one night stands dienen, die von den Brüdern bei einer Reise durch Amerika jetzt abgearbeitet wird.

Natürlich kommen sich die beiden ungleichen Brüder dabei wieder näher, natürlich findet Peter eine – na sagen wir mal: hochinteressante – Frau und natürlich ist das ein bisschen wie „Mama Mia“, nur ohne Gesang und dafür mit jede Menge Blasewitzen. Im Kern ist „Wer ist Daddy?“ trotzdem eine warmherzige Komödie, die mit ihrem perfekten timing stets die Mitte zwischen Kitsch und Komik findet. Und selbst wenn die Handlung etwas arg vorhersehbar ist, lebt der Film von den grandiosen Gastauftritten der Väter in spe, darunter Terry Bradshaw (eine Art amerikanischer Franz Beckenbauer), J.K. Simmons als schwertätowierter Repo-Man und Christopher Walken als Tierarzt mit seltsamen Leidenschaften.

Wer ist Daddy? USA 2015, 113 Min, R: Lawrence Sher, D: Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close

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