Porträt

„Westwood“ im Kino

Die letzte Punk-Rockerin: Ein amüsantes Porträt der Modedesignerin Vivienne Westwood

Dogwoof

Vivienne Westwood schimpft. Das Erzählen ihres eigenen Lebens langweile sie. Auch wenn sie natürlich einsehe, dass der Regisseurin Lorna Tucker nichts anderes übrigbliebe, als sie danach zu fragen. Und Westwood schimpft und jammert weiter, etwa beim Begutachten ihrer neuen Kollektion: alles Mist. Zweifelsohne ist die mittlerweile 77-jährige britische Modeschöpferin eine sehr unterhaltsame Protagonistin, was im Rahmen eines Dokumentarfilms, der letztlich eher konventionell durch die Stationen eines – abwechslungsreichen – Lebens führt, immer schon die halbe Miete bedeutet.

Heute entwirft Westwood Kleidung, die sie selbst als zeitlos beschreibt, doch am bekanntesten ist sie natürlich für ihre Rolle im britischen Punk der 1970er Jahre, als es ihr an der Seite von Malcolm McLaren gelang, aus der Revolte gelangweilter Teens eine Mode und aus zerrissenen T-Shirts ein Geschäft zu machen. Und es ist schon irrwitzig lustig anzusehen, wie eine Kuratorin des Victoria & Albert Museums das von den Sex Pistols getragene ikonische „Destroy“-T-Shirt mit Handschuhen und spitzen Fingern anfasst: ein bedeutendes kulturelles Artefakt.

Vivienne Westwood lebt ihr Leben glücklicherweise weniger museal: Gemeinsam mit ihrem Mann Andreas führt sie ihr immer noch unabhängiges Modelabel, engagiert sich für den Umweltschutz und kümmert sich trotz 140 Shops und 400 Mitarbeitern am liebsten um alles selbst. Eigenwillig ist sie dabei stets geblieben: „She’s a Punk Rocker“, sagt einer ihrer Söhne als Fazit, „she’s the only Punk Rocker“.

Westwood. Punk, Icon, Activist (OT) GB 2018, 83 Min., R: Lorna Tucker, Start: 20.12.

Mehr über Cookies erfahren