Komödie 

„Wie gut ist Deine Beziehung?“ im Kino

Ideologisch untermauert ist Westhoffs ­Komödchen mit der großen Frage nach Veränderungsbereitschaft in einer Welt, die nach einer solchen wohl oder übel verlangt.

X-Verleih

Offenbar hat es bei Claire aus „Der letzte schöne Herbsttag“ (2010) doch nicht geklappt. Denn Claire heißt jetzt Carola ­(erneut gespielt von Julia Koschitz) und ist mit Steve (Friedrich Mücke) zusammen. ­Geblieben ist München. Und das Beziehungsdebakel. In Ralf Westhoffs neuem Rundumschlag in die Lebenswelten geschlechtsreifer Großstädter kommt das Debakel aber eher von außen. Denn im Grunde haben Carola und Steve eine Beziehung ohne Probleme. Die Freundin von Steves Kollegenkumpel Bob hat sich in Tantralehrer Harald (Michael Wittenborn) verliebt. Und tschüss. Steve stattet dem ominösen Lehrer einen Besuch ab und erfährt, dass von Bobs Freundin Schwingungen ausgegangen waren. Ob Carola Ähnliches absondert? Steve kommt auf eine brillante Idee: Harald könnte seine Freundin antesten!

Parallel wird Carola von ihrer besten Freundin Annette gepiesackt: Deren Frisur sei quasi ein Freifahrtschein zum Fremdgehen. Außerdem deuteten sich bei Steve Anzeichen einer „Midlife-Krise“ an. Plötzlich ist alles durcheinander.

Ideologisch untermauert ist Westhoffs ­Komödchen mit der großen Frage nach Veränderungsbereitschaft in einer Welt, die nach einer solchen wohl oder übel verlangt. Westhoff gelangt zu denselben Schlüssen, die sein Zielpublikum wohl auch schon hatte: Selbst­optimierung – eher anstrengend. Umweltschutz – klar habe ich meinen Refill Cup, aber der Wegwerfbecher ist auch mal okay, undsoweiter. Am Ende ist wieder alles im Lot. Na Dankschee! 

Wie gut ist Deine Beziehung? D 2018, 111 Min., R: Ralf Westhoff, D: Julia Koschitz, Friedrich Mücke, Bastian Reiber, Start: 28.2. 


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