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„Wie weit noch?“ im Kino in Berlin

Filme, die vom Unterwegssein erzählen, handeln auch immer von unterschiedlichen Arten des Schauens und Betrachtens, von den Bildern, die man sich von Land und Leuten macht. Tania Hermidas „Wie weit noch?“ erzählt eine solche Geschichte des Unterwegsseins zweier junger Frauen. In Ecuador wurde Hermidas Debüt zum bislang erfolgreichsten einheimischen Film – wohl auch, weil er unterhalb der Oberfläche der Reiseerzählung eine lakonische Zustandsbeschreibung des Landes präsentiert.
Zentrale Figuren sind die naive spanische Backpackerin Espe­ran­za, die die Sehenswürdigkeiten Ecuadors auf Video festhalten möchte, und Tristessa, die ernst­hafte Studentin, die die Heirat ihres Geliebten in Cuenza, der Stadt in den Anden, verhindern will. Doch ein Streik der indigenen Bevölkerung hat die Routen des Landes lahmgelegt. Daher verschleppt sich das Tempo der Reise und bietet Zeit für das widerwillige Kennenlernen der beiden, für unvorhergesehene Begegnungen beim Autostopp, für Landschaftsaufnahmen jenseits touristischer Klischees – und für eine Darstellung Ecuadors als Land, das noch auf dem Weg zu sich selbst ist.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Wie weit noch?“ im Kino in Berlin

Wie weit noch? (Que tan lejos?), Ecuador 2006; Regie: Tania Hermida; Darsteller: Cecila Vallejo (Tristeza), Tanja Martinez (Esperanza), Pancho Aguirre (Jesus); Farbe, 92 Minuten

Kinostart: 29. Oktober

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