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Wiegenlieder von Johann Feindt und Tamara Trampe im Kino

Wiegenlieder„Ich war bei meiner Geburt ja nicht beteiligt, ich bin nur das Produkt“: Mit dieser Feststellung bringt Detlef Jablonski das Unwägbare der Existenz auf den Punkt. Menschen stammen von Menschen ab, aber nicht immer steht Kindheit im Zeichen von Liebe und Geborgenheit. Johann Feindt und Tamara Trampe un­tersuchen in „Wiegenlieder“ in einer Collage dieses widersprüchliche Verhältnis des Geworfenseins in die Welt. Sie entwickeln nur ganz allmählich einen erzählerischen Faden. Protagonisten wie Detlef Jablonski, der im Gefängnis zur Welt kam, wo seine Mutter einsaß, oder ein junger Mann namens Santos treten in Erscheinung. Der Komponist Helmut Oehring wuchs mit taubstummen Eltern auf. Der tschetschenische Exilpoli­tiker Apti Bisultanov ist durch traumatische Erfahrungen von seiner „reinen“ Kindheit getrennt. Es kommt selten vor, dass Filme ganz eigene Bedingungen für sich schaffen. „Wiegenlied“ ist ein Beispiel dafür – hier existieren Seifenblasen und moderne Musik ganz problemlos nebeneinander, das Wunder der Gebürtigkeit erschließt sich in einer kaleidoskopischen Form.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Termine: Wiegenlieder im Kino in Berlin
Wiegenlieder, Deutschland 2009; Regie: Johann Feindt und Tamara Trampe; mit Detlef Jablonski, Helmut Oehring, Apti Bisultanov; Farbe, 98 Minuten;

Kinostart: 25. Februar

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