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William Fitzsimmons im Lido

William Fitzsimmons

Wer ein Studium der Psychologie beginnt, bekommt stets denselben Ratschlag zu hören: Mach das bloß nicht nur deshalb, weil du dich selbst therapieren willst! Die Wahrscheinlichkeit, dass sich William Fitzsimmons daran gehalten hat, ist äußerst gering. Er hat sich sehr ins Studium vertieft, es auch beendet und einige Zeit als Psychotherapeut gearbeitet. Am Ende musste er aber feststellen, dass man mit Wissenschaft allein nicht weiterkommt, wenn man böse Geister besiegen will. Deshalb beendete Fitzsimmons seine therapeutische Tätigkeit, um mehr Zeit für die Musik zu haben. Er hält sie jetzt grundsätzlich für das bessere Vehikel, wenn es darum geht, sich von Lasten zu befreien. „Mir gefällt die Vorstellung, dass man den Menschen mit Songs ein wenig helfen kann. Musik ist nicht als Allheilmittel für die Behandlung von Wunden gedacht, aber sie kann helfen“, hat der Mann mit dem üppigen Gesichtshaar einmal gesagt. Er meinte damit auch seine ganz persönlichen Schmerzen. Sein zweites Album „Goodnight“ handelt von der Scheidung seiner Eltern, der vor fünf Jahren erschienene Nachfolger „The Sparrow And The Crow“ von seiner eigenen. Heute geht es Fitzsimmons entspannter an. Er hat vor Kurzem zum zweiten Mal geheiratet und sieht der Zukunft mit Optimismus entgegen. Nur stellt sich die Frage, ob sich der Stimmungswandel auch in seiner Künstlerpersönlichkeit unterbringen lässt. Aufschluss gibt vielleicht sein kommendes Album „Lions“, das er nun im vergleichsweise kleinen Rahmen schon einmal live vorstellt.

Text: Thomas Weiland

William Fitzsimmons, ?Lido, Di 10.12., 20 Uhr, ausverkauft

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