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„William S. Burroughs: A Man Within“ im Kino

William S. Burroughs: A Man Within

Es sei, sagt der Filmregisseur John Waters, für die Öffentlichkeit wohl nicht ganz einfach gewesen, William S. Burroughs zu mögen. Immerhin sei der Schriftsteller ein schwuler Junkie und Waffennarr gewesen, der seine Frau erschossen hatte – wenn auch, so sei hier angemerkt, versehentlich. Doch seine von expliziten Gewalt-, Drogen- und Sexdarstellungen geprägte Literatur, die dem Gefühl Ausdruck verlieh, vom amerikanischen Traum betrogen worden zu sein, machte Burroughs über mehrere Jahrzehnte hinweg zu einer Galionsfigur aller Außenseiter und Gegenkulturen.
Vor allem diesem Aspekt ist der Regisseur Yony Leyser in seiner Dokumentation „William S. Burroughs – A Man Within“ in vielen Interviews mit Freunden und prominenten Fans des Autors auf der Spur: Für die Protagonisten der Beat Generation und der Queer-Culture, für Drogenapostel und Punkrocker war Burroughs ein Idol, das gleichwohl stets radikaler blieb als seine Jünger und sich von niemandem wirklich verein­nahmen ließ. Zumal das Porträt Burroughs auch als einen Menschen zeichnet, der Gefühle nicht zulassen konnte, was seinen hier dokumentierten öffentlichen Auftritten etwas Anrührendes und zugleich Tragikomisches verleiht.

Text: Lars Penning

Foto: Neue Visionen

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „William S. Burroghs: A Man Within“ im Kino in Berlin

William S. Burroughs: A Man Within, USA 2010; Regie: Yony Leyser; 91 Minuten; FSK 12

Kinostart: 12. Januar

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