Kino & Stream

„Willkommen bei den Rileys“ im Kino

Willkommen bei den Rileys

Wer auf dem Friedhof schon zu Lebzeiten seinen eigenen Grabstein entdeckt, hat Grund zum Nachdenken. „Vorsorge“ nennt seine Frau Lois das, doch das vermag Doug Riley nicht zu beruhigen.
Er geht anders mit der Trauer über den Unfalltod der damals 15-jährigen Tochter um als seine Frau, die seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat und medikamentenabhängig ist. Bei einer Geschäftsreise trifft Doug in New Orleans auf ein Mädchen, das nicht älter ist als damals seine Tochter: Mallory ist von zu Hause ausgerissen und verdient ihren Lebensunterhalt mit Tabledance und Prostitution. Kann Doug an ihr wiedergutmachen, was er bei seiner Tochter versäumt hat?
Die nahe liegenden Sentimentalitäten umschifft dieser Film durch seine komplexen Figuren. Doug ist nicht so durchgeknallt wie Robert De Niros „Taxi Driver“, und Mallory weiß mit ihrem losen Mundwerk ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Selbst Lois, die ihrem Mann schließlich nach New Orleans folgt, vermag am Ende etwas Positives zu sehen in dem, was ihr Mann tut. Der zweite Spielfilm von Ridley Scotts Sohn Jake („Plunkett & Mac­leane“) ist altmodisches Schauspielerkino im besten Sinne, das das Trio seiner Hauptdarsteller in überraschenden Rollen und in Höchstform zeigt.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Willkommen bei den Rileys“ im Kino in Berlin

Willkommen bei den Rileys (Welcome to the Rileys), USA/Großbritannien 2010; Regie: Jake Scott; Darsteller: James Gandolfini (Doug Riley), Melissa Leo (Loпs Riley), Kristen Stewart (Mallory); 110 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 7. April

Mehr über Cookies erfahren