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Wim Wenders-Filme im Arsenal

„In weiter Ferne, so nah“: Das ist nicht nur der Titel eines Films von Wim Wenders, sondern der programmatische Wahrnehmungsmodus seines Arbeitens. Der spezifische Blick vor allem der frühen Filme war distanziert, aber nicht interesselos, sondern beharrlich im Glauben an die Wahrheit der Bilder. Sein Kino war immer ein Kino der Ferne, die so anders war als etwa die Exotik Herzogs, die nicht Grenzen suchte, sondern Weite, den räumlichen Widerpart zur versiegelten Oberfläche des Alltags. Die Zwischenorte, seien sie der öde Potsdamer Platz der Vorwendezeit in „Der Himmel über Berlin“ (1987, Foto), der zersiedelte Ruhrpott in „Alice in den Städten“ (1974) oder das schon poetisch klingende „Zonenrandgebiet“ in „Im Lauf der Zeit“ (1976) haben dieselbe Funktion wie die amerikanischen Straßenlandschaften von „Paris, Texas“ (1984): Sie entschleunigen den Blick und schaffen Platz für die Suche, die das Grundmuster fast all seiner Filmerzählungen abgibt. Auch Wenders’ Karriere ist eine sich über verschiedene Genres und Länder erstreckende Suche nach der richtigen Art des Bildermachens. Das Kino Arsenal zeigt zum 65. Geburtstag eine umfassende Filmreihe, die Gelegenheit zur kritischen Revision dieser Queste gibt.

Text: Stella Donata Haag

On the Road – Die Filme von Wim Wenders, Kino Arsenal, Eröffnung am 29.07. mit „Chambre 666“ in Anwesenheit von Wim Wenders.

Weitere Informationen: www.arsenal-berlin.de

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