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„Wintertochter“ im Kino

Wintertochter

Es ist ein Schock, ausgerechnet an Weihnachten zu erfahren, dass ihr Vater gar nicht ihr Vater ist. So macht sich die zwölfjährige Kattaka auf nach Stettin, um ihren leiblichen Vater kennenzulernen. Aber dessen Schiff ist bereits nach Danzig unterwegs. Also überredet das Mädchen die alte Lene, mit deren Kleinbus sie unterwegs sind, weiterzufahren. Mit ihrer beharrlichen Art weckt Kattaka in Lene die Erinnerung an ihre Kindheit, die sie in der Gegend von Danzig verbrachte, bevor der Krieg die Idylle beendete. Die Verschlossenheit der alten Frau lässt ahnen, dass damit eine schmerzvolle Erinnerung verknüpft ist, die sie seitdem verdrängt hat. „Kein Kinderfilm, sondern ein Generationenfilm“, sagt Regisseur Johannes Schmid über „Wintertochter“ – eine zutreffende Beschreibung, denn beide Frauen suchen nach ihren Wurzeln und geben sich dabei gegenseitig Kraft. Die polnische Winterlandschaft, eingefangen in Cinemascope-Bildern und einer reduzierten Farbpalette, unterstreicht das eindrucksvoll, in verknappten Szenen wird die schwierige deutsch-polnische Vergangenheit zum Leben erweckt.

Text: Frank Arnold

Foto: Zorro Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Wintertochter“ im Kino in Berlin

Wintertochter, Deutschland/Polen 2010; Regie: Johannes Schmid; Darsteller: Nina Monka (Kattaka), Ursula Werner (Lene), Leon Seidel (Knäcke); 96 Minuten; FSK 0

Kinostart: 20. Oktober  

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