Dokumentarfilm

„Wir sind Juden aus Breslau“ im Kino

Ein Blick zurück: „Wir sind Juden aus Breslau“

Foto: Karin Kaper Filmproduktion

Mit 17 Jahren schluckte Anita Zyan­kali. Damals fiel sie auf ihrer Flucht aus Deutschland der Gestapo in die Hände. Das Gift wirkte nicht, weil ein Freund es vorher gegen Zucker getauscht hatte. Sie überlebte zwei Konzentra­tionslager, ging nach London, wurde eine berühmte Cellistin und schrieb ein Buch über ihr Überleben. Wie die meisten der 14, zum großen Teil berühmten Zeitzeugen, die Karin Kaper und Dirk Szuszies hier mit Schülern aus Deutschland und Polen in Breslau zusammentreffen lassen. Zu den Zeitzeugen gehören bekannte Historiker und Publizisten wie Fritz Stern, Abraham Ascher, ­Guenter Lewy, Walter Lacqueur, Renate Lasker-Harprecht.
„Von der Generation Holocaust haben es viele weitergebracht als unter normalen Zuständen“, sagt Historiker Walter Lacqueur, „sie mussten alleine neu beginnen, schwimmen oder untergehen.“ Einige flüchteten nach Amerika, andere nach Palästina. Historische Aufnahmen kommen ins Bild. Viele der Erlebnisse werden an Originalschauplätzen geschildert. Über ihr Schicksal sprechen die 90-Jährigen klar, ohne Selbstmitleid. Ihr Zusammentreffen nimmt einen gefangen.

Wir sind Juden aus Breslau D 2016, 107 Min., R: Karin Kaper, Dirk Szuszies, Start: 17.11.

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