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„Wir wollten aufs Meer“ im Kino

Wir wollten aufs Meer

Nach „Das Leben der Anderen“ und „Barbara“ ergänzt ein weiterer Kinofilm das junge Genre der Stasi-Dramen. Toke Constantin Hebbeln taucht sein Kinodebüt über ein Freundesduo in der DDR in ähnlich grau-bläuliche Farben. Den Anfang setzt eindrucksvoll ein ausgeblichener Bilderbogen nach Art privater Urlaubsfilme. Zu sehen ist das Treiben am Rostocker Handelshafen zu Beginn der Achtzigerjahre. Hier träumt ein Freundesduo von einer Zukunft als Matrosen. Doch bald macht den beiden die Stasi das Leben sauer: Der eine landet im Gefängnis, der andere mutiert zum Stasi-Knecht.
Insbesondere Andreas Fehling verleiht seinem Protagonisten, der systematisch in die Enge getrieben wird, eindrückliche Präsenz; August Diehl spielt die von ihm so oft gegebene Rolle des labilen Charakters routiniert. Hier liegt auch ein Problem der Geschichte, die sich in ihrer Figurenzeichnung festlegt auf ein einfaches Schwarz-Weiß-Schema. Schwer nachvollziehbar etwa, warum Fehling als Cornelis seinen Karriere machenden alten Gefährten ein ums andere Mal ins Vertrauen zieht. Seinen anfänglichen Schwung büßt der Film ein  – und nimmt einen absehbaren Lauf.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Gordon Muehle / UfaCinema  / Wild Bunch Germany

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Wir wollten aufs Meer“ im Kino in Berlin

Wir wollten aufs Meer, Deutschland 2012; Regie: Toke Constantin Hebbeln; Darsteller: Alexander Fehling (Cornelis Schmidt), August Diehl (Andreas Hornung), Phuong Thao Vu (Phuong Mai); 117 Minuten; FSK 12

Kinostart: 13. September

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