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„Wish I Was Here“ im Kino

Wish I Was Here

Etwas zwangsoriginell kommt er daher, der Nachfolgefilm von Zach Braffs Regiedebüt „Garden State“, mit dem der erfolgreiche TV-Serien-Darsteller („Scrubs“) vor zehn Jahren einiges Aufsehen erregte. Seinerzeit traf die Geschichte vom jungen Mann Anfang zwanzig, der anlässlich des Todes seiner Mutter in seine Heimatstadt zurückkehrt und mit seinen Jugendträumen abrechnen muss, offenbar einen Nerv, kondensierte eine US-amerikanische Befindlichkeit in einem spezifischen Moment.
Warum nicht noch einmal, scheint Braff sich gefragt zu haben, denn in „Wish I Was Here“ treffen wir auf vergleichbares Personal, das zwar älter, doch deswegen noch lange nicht erwachsener ist. Auch nicht der Patriarch im Krankenhaus, dessen absehbarer Krebstod den Stein ins Rollen und die Ereignisse zur Kulmination bringt. Um sich die Kosten für seine Behandlung leisten zu können, muss nämlich Gabe Bloom die Schulgeldzahlungen für seine Enkelkinder, Grace und Tucker, einstellen. Vater Aiden, der nach wie vor von der Karriere als Schauspieler träumt, beschließt daraufhin, die Kinder zu Hause zu unterrichten. Ehefrau, Mutter und Alleinverdienerin Sarah, die sich ihr Leben eigentlich anders vorgestellt hatte, sieht das skeptisch und behält natürlich recht. Und dann gibt es da noch einen Bruder, der früher einmal als Genie gehandelt wurde, der „Blogger“ für einen Beruf hält und nicht nur damit für Sorgen sorgt.
„Wish I Was Here“ erzählt von einer Indiefilm-typischen Familie mit Indiefilm-typischen Problemen, die auf Indiefilm-typische Weise gelöst werden. Das heißt, dass die anfänglich dysfunktionale und höchst seltsame Familie im Zuge eines aus skurrilen Ereignissen gebildeten Lernprozesses zueinanderfindet und sich schließlich gemeinsam den konventionellen Herausforderungen von Gesellschaft und Schicksal stellt. Friedefreudeeierkuchen, Happy End.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Merie Weismiller Wallace / 2013 WIWH PRODUCTIONS, LLC. / Wild Bunch Germany

Orte und Zeiten: „Wish I Was Here“ im Kino in Berlin

Wish I Was Here, USA 2014; Regie: Zach Braff; Darsteller: Zach Braff (Aidan Bloom), Kate Hudson (Sarah Bloom), Mandy Patinkin (Gabe Bloom); 106 Min.

Kinostart: Do, 09. Oktober 2014

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