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„Wolfsbrüder“ im Kino

Wolfsbrüder

Dieser Heimatfilm stellt die herbe Schönheit der Sierra Morena in der spanischen Provinz Cуrdoba ins rechte Licht und ist in der Darstellung von Wölfen eine Art Gegenentwurf zum Abenteuer-Thriller „The Grey – Unter Wölfen“ mit Liam Neeson, wo die Tiere als menschenfressende Bestien gezeigt werden. Hier erscheinen sie als gesellige Menschenfreunde, die einträchtig in der Wildnis mit einem Jungen auskommen.
Marcos lebt 12 Jahre lang isoliert in einem Tal, bis er 1965 von der ­Guardia Civil aufgegriffen wird. Sein bester Freund ist ein Frettchen, mit dem er Kaninchen fängt. „Wolfsbrüder“ wurde mit iberischen Wölfen gedreht. Kritik am damaligen autoritären Franco-Regime gibt es andeutungsweise, im Wesentlichen zeigt der handlungsarme Film Marcos’ Jagderlebnisse und seinen Kampf mit der Natur. Am Ende sieht man, wie der echte Marcos Rodrнguez Pantoja als alter Mann an den Ort seiner Jugend zurückkehrt. Unter Menschen hat er sich nie wirklich wohl­gefühlt, später wurde er zum Alkoholiker. Die Jahre, die er allein unter Wildtieren im Einklang mit der Natur lebte, bezeichnet Pantoja als „die besten meines Lebens“.

Text: Ralph Umard

Foto: 2012 polyband Medien GmbH

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Wolfsbrüder“ im Kino in Berlin

Wolfsbrüder (Entre Lobos), Spanien/Deutschland 2010; Regie: Gerardo Olivares; Darsteller: Juan Josй Ballesta (Marcos), Manuel Camacho (Marcos, jung), Sancho Gracia  (Atanasio); 111 Minuten; FSK 6

Kinostart: 7. Juni

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