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„Work Hard Play Hard“ im Kino

Work Hard Play Hard

Der Workplace 2.0 befindet sich auf der Net-&-Nest-Etage in der Nähe des Coffee-Points, die vom Unternehmen gewünschte Open Door Policy ermöglicht den multimobilen Human Resources dort eine Task-orientierte Optimierung ihrer Skill Sets. Mit anderen Worten: Mehr Umsatz! Mehr Gewinn! Mehr Wachstum! Oder: In der Nähe der Kaffeemaschine entstehen die besten Ideen.
Man würde sich gerne ausschütten vor Lachen angesichts des überhitzten Unfugs, den die beflissenen Anzugträger im Brustton der Überzeugung von sich geben, die Carmen Losmann in ihrem Dokumentarfilm zu Wort kommen lässt. Allein, „Work Hard Play Hard“ ist keine Komödie. Gezeigt wird vielmehr die Tragödie unserer modernen Arbeitswelt: In der ist Optimierung ein Euphemismus für Gehirnwäsche, die wiederum selbstverständliches Instrument einer verfeinerten kapitalistischen Ausbeutungsstrategie menschlicher Arbeitskraft ist.
Losmann bleibt in der Darstellung dieser Zusammenhänge wohltuend unpolemisch. Doch die Nüchternheit, mit der sie ihren Blick auf die ob der an ihnen verübten Zurichtung stark verunsicherten Menschen richtet, erzeugt nachhaltigen Schrecken.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Film Kino Text

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Work Hard Play Hard“ im Kino in Berlin

Work Hard Play Hard, Deutschland 2011; Regie: Carmen Losmann; 90 Minuten; FSK 12

Kinostart: 12. April

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