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„The World\s End“ im Kino

The World's End

The World’s End ist der Name einer Kneipe in einem englischen Provinznest, der krönende Abschluss einer Sauftour mit zwölf Stationen, die fünf Jungs 1990 an ihrem letzten Schultag nicht zu Ende bringen konnten, weil sie vorher schlapp machten. Was sie als Teenager nicht geschafft haben, das soll ihnen jetzt, zwanzig Jahre später, gelingen. So jedenfalls will es Gary (Simon Pegg), der damalige Anführer. Der Alkoholiker und Ex-Junkie ist immer noch ein Kindskopf, während sich seine Freunde mit eher bescheidenen Jobs dem Bürgertum zugehörig fühlen. Als Gary es schafft, sie aus ihrer Reserve zu locken, steht ihnen eine aufregende Nacht bevor, denn The World’s End ist nicht nur der Name der besagten Kneipe, sondern auch Programm. Mit „Shaun of The Dead“ und „Hot Fuzz“ haben Regisseur Edgar Wright und sein Hauptdarsteller und Koautor Simon Pegg britische Filmgeschichte geschrieben und das Buddy-Movie neu belebt. Und wer es mit Zombies aufnehmen kann, der schafft es doch sicherlich auch, Aliens zu trotzen – oder? Wie im Klassiker „Invasion of the Body Snatchers“ sind die Menschen hier durch gefühllose Doppelgänger ersetzt, die man in diesem Fall daran erkennt, dass sie nicht bluten, sondern – als Zeichen ihrer Konformität – blaue Tinte verspritzen, wenn man sie attackiert. Der erste Teil des Films bewahrt die Ambivalenz zwischen der pubertären Attitüde Andys (Nick Frost) und der Trostlosigkeit im Leben seiner Freunde, bevor die dabei aufgeworfenen Fragen von der Flucht vor und dem Kampf gegen die Aliens absorbiert werden. Was als melancholische Tragikomödie begann, liest sich dann eher als eine (hilflose) Ode an die Individualität der bescheuerten Art. Der allerdings zieht eine bitterböse Schlusswendung den Boden unter den Füßen weg. So bleibt doch ein melancholischer Nachklang.

Text: Frank Arnold

Foto: Focus Features

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „The World’s End“ im Kino in Berlin

The World’s End, ?Großbritannien 2013; Regie: Edgar Wright; Darsteller: Simon Pegg (Gary King), Nick Frost (Andrew Knightley), Paddy Considine ?(Steven); 109 Minuten; FSK 12

?Kinostart: 12. September

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