Dokumentarfilm

„Wrong Elements“ im Kino

Nachwirkungen: „Wrong Elements“ schaut auf die Folgen von Krieg und Terror

Foto: 2016 Veilleur de nuit, Zero One Film, Wrong Men

Viele Jahre liegen die „mystischen Aufstände“ inzwischen zurück, die der despotische Rebel­lenführer Joseph Kony nach 1987 in Uganda angezettelt hatte. Viele der Kämpfer waren entführte Kinder, die keine andere Wahl hatten, als zu töten. Jonathan Littell zeigt in „Wrong Elements“ am Beispiel von ehemaligen Mitgliedern der „Lord’s Resistance Army“ (LRA), wie die Folgen dieses Kriegs im Busch immer noch das Leben prägen: Eine Frau wird von Geistern heimgesucht, eine andere ist Mutter eines Kindes von Kony, dessen Terrorregime auch eines der sexuellen Gewalt war.
Mit seinen Protagonisten geht Littell noch einmal an die Orte früherer Kämpfe, er folgt aber auch der regulären Armee von Uganda bei ihren Bemühungen, die letzten Aufständischen zur Aufgabe zu bewegen. Dabei wird er Zeuge einer spektakulären Begegnung: ­Dominic Ongwen, einer der gefürchtetsten Kämpfer, stellt sich und soll an das Internatio­nale Strafgericht übergeben werden.
Littell macht deutlich, wie schwierig es ist, in der unwegsamen Landschaft, in der Uganda und Sudan um Einfluss kämpfen, eine Per­spektive auf einen Krieg zu gewinnen, der von individuellem Wahn, einer archaischen Religio­sität und von handfesten Interessen geprägt war. Er zeigt aber auch die allgemein menschliche Dimension: Die Menschen, deren Leben „der Busch verdorben hat“, suchen Frieden auf jeder Ebene.

Wrong Elements F/D/B 2016, 133 Min., R: Jonathan Littell, Start: 27.4.

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