Melodram

„Wunder“ im Kino

Hoher Schluchzfaktor – Steven Chbosky behandelt das Thema ­Anderssein

Studiocanal

Schwere Gesichtsfehlbildungen bei ihrem Jüngsten haben Auggies Mom veranlasst, den aufgeweckten kleinen Burschen jahrelang zuhause zu unterrichten. Doch irgendwann muss er sich auf eine normale New Yorker Schule mit anderen Großstadtkindern einlassen. Der Zehnjährige muss also seinen Astronautenhelm abnehmen, der ihm Schutz vorm permanenten Angestarrt-werden bietet. Und schon läuft das Komplettprogramm an kind­lichen Grausamkeiten ab, wie es Auggie seit jeher vertraut ist. Andererseits schließt er zu seinem großen Erstaunen auch neue Freundschaften.

Regisseur Steven Chbosky konzentriert sich nicht nur auf Auggie, sondern zeigt die Welt um ihn herum auch aus der Sicht seiner ­älteren Schwester, der Mutter oder seiner Mitschüler. Damit entgeht er bis fast ins Finale hinein der Gefahr, zu rührselig zu werden. Die Besetzung mit dem aus „Room“ bekannten Jacob Tremblay als Auggie erweist sich als Glücksgriff; und dass sich die Hollywoodstars Julia Roberts und Owen Wilson als seine ­Eltern nie in den Vordergrund spielen, nimmt uns erst recht für die auf R.J. Palacios preisgekröntem Debütroman beruhende Geschichte ein.

Die Erkenntnis des Films, dass es im Leben nicht auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern auf das, was im ­Inneren eines Menschen steckt, gleicht zwar einer Binsenwahrheit. Sensible Gemüter sollten trotzdem genügend Taschentücher parat haben, der Schluchzfaktor gegen Ende ist gewaltig.

Wonder (OT) USA 2017, 113 Min., R: Steven Chbosky, D: Julia Roberts, Owen Wilson, Jacob Tremblay, Mandy Patinkin, Start: 25.1.

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