Kommentar

„Zahlenspiele“ von Lars Penning

Im ersten Moment klingen die Zahlen aus der neuen Programmkinostudie der FFA (Filmförderungsanstalt) gar nicht schlecht

Lars Penning

Trotz Rückgang der Gesamtzuschauerzahlen um 13 Prozent im vergangenen Jahr erscheinen die Zuschauerzahlen im Bereich der Kinosäle mit Programmkino nämlich einigermaßen stabil. Auch hier gibt es leichte Rückgänge zu vermelden, doch 1,6 Prozent Besucher weniger und ein Umsatzminus von 0,2 Prozent (12,4 Prozent insgesamt) scheinen nicht viel gegenüber den Gesamtvergleichszahlen. Und Berlin ist immer noch das Programmkino-paradies, gibt es davon in der Hauptstadt im Verhältnis zur Einwohnerzahl doch die weitaus meisten.
Etwas problematischer ist da schon, dass der Anteil der Programmkinobesuche lediglich bei 12,7 Prozent der Gesamtbesuche liegt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich 87,3 Prozent aller Zuschauer Blockbuster (und zwar nur einige wenige) ansehen. Und dann wäre da ja noch die Frage, was Programmkinos und der Begriff Arthouse eigentlich bedeuten. Die Studie definiert als Programmkino einen Kinosaal, dessen Betreiber einen inhaltlichen Programmanspruch verfolgt. Etwas schwammig ist das aber schon, was man vor allem dann bemerkt, wenn man dann über die 2016 am besten bewerteten Arthouse-Filme stolpert: Dazu gehören nämlich auch „Heidi“ und „Schweinskopf al dente“, die zumindest ich ganz woanders verortet hätte.

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