Sporthistorie

„Zeit für Legenden“ im Kino

Gegen die Propaganda. Lauf, Jesse, lauf: „Zeit für Legenden“

Zeitf für Legenden
Foto: Square One Universum

Ohio 1934. Von der Gleichstellung zwischen Schwarz und Weiß kann im Amerika der Vorkriegszeit keine Rede sein. Dennoch wagt der ­junge Schwarze Jesse Owens eine Sportkarriere als Sprinter. Unterstützt wird er von Trainer ­Larry Snyder, der Owens’ Talent erkannt hat. Der Läufer bricht Rekord um Rekord und gilt bald als Favorit für Olympia 1936 in Berlin. Doch als er erfährt, dass die Nazis die Spiele für ihre Propaganda nutzen sollen, zögert Owens. Soll er sich instrumentalisieren lassen oder den Rassisten in Deutschland die Stirn bieten?

Ein aufwändiges Sporthistoriendrama mit Deutschen in Neben­rollen, etwa David Kross als Owens’ schärfster sportlicher Konkurrent Carl Long oder Barnaby Metschurat als Goebbels – das hätte ein echter Hingucker werden können. Doch Hopkins verlässt in seiner Inszenierung kaum einmal die ausgetretenen Pfade des Genres, sondern spult routiniert die Handlung ab, bei der wir so manches Unschöne über die Strippenzieher auch auf US-Seite erfahren. Echte Faszination mag bei so ­einem lustlos in Szene gesetzten Film nicht aufkommen.

Race (OT) D/CAN 2016, 118 Min., R: Stephen Hopkins, D: Stephan James, Jason Sudeikis, Jeremy Irons, Start: 28.7.

Bewertungspunkte4

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