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„Zero Dark Thirty“ im Kino

Zero Dark Thirty

Fast zehn Jahre war Osama bin Laden das Phantom der Weltpolitik. Manche vermuteten ihn in den Höhlen von Tora Bora, andere hielten ihn für längst tot. Am Ende war es nur noch eine einzelne Agentin der CIA, die hartnäckig nach einer Spur zu bin Laden suchte. So jedenfalls spitzt es Kathryn Bigelow in „Zero Dark Thirty“ zu. Es geht darin nicht nur um den Einsatz, bei dem der Al-Qaida-Chef schließlich im pakistanischen Abbottabad gestellt und getötet wurde. Vielmehr zielt Bigelow (auf Grundlage eines Drehbuchs des investigativen Autors Mark Boal) auf eine Bilanz des Jahrzehnts, das im Zeichen des „Kriegs gegen den Terror“ stand. Jessica Chastain spielt die Agentin Maya mit einem deutlichen Zug ins Neurotische: Professionalismus geht in Fanatismus über. Eine Helden-Funktion im herkömmlichen Sinn gibt es hier nicht, die eigentliche Kommandoaktion findet in einer Dunkelheit statt, die Bigelow nur punktuell (und sicher nicht im Sinne eines Showdowns) erhellt. „Zero Dark Thirty“ ist ein Tatsachen-Thriller, zahlreiche Ereignisse, von denen wir aus den Zeitungen wissen, werden hier in einen erzählerischen Zusammenhang integriert, den Bigelow in Form einer flüssigen, reportagehaften, insgesamt das Fragmentarische dieser Synthese betonenden Abfolge von Knotenpunkten inszeniert.

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2012 Universal Pictures

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Zero Dark Thirty“ im Kino in Berlin

Zero Dark Thirty, USA 2012; Regie: Kathryn Bigelow; Darsteller: Jessica Chastain (Maya Lambert), Jason Clarke (Dan), Joel Edgerton (Patrick); 157 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 31. Januar

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseurin Kathryn Bigelow

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