Dokumentarfilm

„Zero Days“ im Kino

Hacker und Geheimdienste: „Zero Days“ blickt auf Attacken im Netz

Foto: DCM/ Stuxnet Documentary

Jeden Tag gibt es derzeit neue Nachrichten aus dem wachsenden Markt der digitalen Sabo­tage. Experten streiten darüber, wie man diese Akte mit traditionellen Begriffen von Konflikt und Krieg in Beziehung bringen kann.
Vor diesem Hintergrund bekommt Alex Gibneys Dokumentarfilm „Zero Days“ eine neue ­Brisanz, auch wenn er eine Geschichte erzählt, die von den Medien schon gründlich dargestellt worden ist. Die Rede ist von Stuxnet, einer Schadsoftware, die sich gegen iranische Anlagen richtete. Von jenen nahm man an, dass sie zu dem geheimen Nuklearprogramm gehörten, über das gleichzeitig die Diplomaten intensiv verhandelten. Gibney, ein Veteran des politischen Dokumentarfilms, der zuletzt ein Porträt über Steve Jobs („The Man in the ­Machine“) gemacht hat, folgt hier den ­Spuren von Stuxnet. Er beginnt in Weißrussland und durchmisst bald die ganze, schwer durchdringliche Welt der Hacker und Programmierer. Dabei hat er es auch mit so schillernden Figuren wie dem russischen Antivirenspezialisten Jewgeni ­Kasperski zu tun. Aber die ­Pointe ist, dass alle wissen, was Sache ist, dass aber niemand es offiziell bestätigen kann: Stuxnet war eine ­Koproduktion der Geheimdienste der USA und Israels.
Mit den vielen offen zynischen oder bürokratisch gewundenen Interviewpassagen, mit ­einem Wirbelwind von Grafiken und Archivbildern will Gibney vor allem auf eines hinaus: dass die Parlamente sich dringend um Cyberkriegsführung kümmern sollten.

Zero Days USA 2015, 119 Min., R: Alex Gibney, Start: 1.9.

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