Komödie

„Zum Verwechseln ähnlich“ im Kino

Umgekehrter Rassismus: Ein weißes Adoptivkind bekommt schwarze Eltern

Foto: Neue Visionen

Salimata und Paul sind wahre Vorzeigefranzosen: gebildete, gesellschaftliche Aufsteiger, der Blumenladen floriert, dazu ein hübsches kleines Haus in der Vorstadt. Dem ganz großen Glück fehlt nur noch der Kindersegen, weshalb sich die beiden umso mehr freuen, als es mit der Adoption endlich klappt. Umso größer die Überraschung, als sie das neue Familienmitglied in Empfang nehmen: Der kleine Benjamin ist – weiß! Das schwarze Paar scheint mit diesem Umstand jedoch besser klarzukommen als die Adoptionsbehörde. Während Paul den Kleinen mit einem fröhlichen „Dann werden wir eben die erste Benetton-Familie“ begrüßt, steht die Behörde wiederholt zu Kontrollbesuchen vor der Tür. Auch Salimatas Familie ist todunglücklich über das weiße Enkelkind, da wäre ihnen „sogar ein Kongolese lieber gewesen“.
Rassismus funktioniert natürlich auch umgekehrt. Regisseur Lucien Jean-Baptiste, der mit „Triff die Elisabeths!“ schon 2009 eine ­schwarze Familie zum Skifahren in die französischen Alpen geschickt hat, spielt mit hier die gesellschaftlichen Vorurteile und alltäglichen Schwierigkeiten durch, die einem so ­begegnen können, wenn das Kind eine ­andere Hauptfarbe als die Eltern hat. Leider sorgt das teilweise allzu überdreht chargierende Personal alsbald dafür, dass sämtliche ernsteren Anliegen, die sich durchaus auch in eine Komödie verpacken lassen, in Klamauk und wüstem Grimassieren untergehen. So bleibt dieses gut gemeinte Plädoyer für Toleranz, Integration und entspanntes Miteinander in erster Linie: gut gemeint.

Zum Verwechseln ähnlich F 2017, 95 Min., R: Lucien Jean-Baptiste, D: Lucien Jean-Baptiste, Aïssa Maïga, Start: 13.7.

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