Filmische Spielerei

„Zwei im falschen Film“ im Kino

Der etwas schlicht benannte Hans und Heinz, die eigentlich Laura heißt, kennen einander schon so lange, dass sie gar nicht mehr wissen, wie es ohne den anderen einmal war

Friede Clausz Studio.TV

Sie verstehen sich blind, sie vertrauen einander, sie brauchen dem anderen nichts vorzumachen, können sein wie sie sind und sich aufeinander verlassen. Kurz: Sie sind eine geradezu ideale Paarung zweier einander zugeneigter, selbstständig gebliebener Menschen. Und sie könnten glücklich und zufrieden gemeinsam leben bis an ihr Ende, gäbe es da nicht diese medial verbreiteten Hirngespinste von der romantischen Liebe und der unbedingten Leidenschaft und dem Hochzeitsglockenbrimborium mitsamt perspektivischem Kindergeschrei. Anders gesagt: Heinz hört ihre biologische Uhr ticken und stellt die Sinnfrage; Hans weiß nicht, wie ihm geschieht: Eben war doch noch alles in Ordnung … Da aber Hans Heinz liebt, versucht er selbstverständlich, ihre ihm nicht ganz verständlichen Sehnsüchte auf die eine oder andere Weise zu erfüllen – was zunächst in Missverständnissen resultiert, sodann zum Streit führt und schließlich die Beziehung beinahe scheitern lässt.

Es ist eine kluge Idee, eine reale, wahre Liebe mit deren propagandistischem Zerrbild kollidieren zu lassen, um herauszufinden, welches Konzept sich wohl als stärker erweisen wird; eine Idee voll tragikomischen Potenzials ebenso wie der Möglichkeit profunden Erkenntnisgewinns über das eigentliche Wesen von Nähe. Nur leider vertraut Laura Lackmann, die mit „Zwei im falschen Film“ ein eigenes Drehbuch verfilmt hat, ihrer Idee nicht genug, um sie nicht an landestypische Komödienklischees und zwangsoriginelle Wendungen zu verraten. Das ist umso bedauerlicher, als mit Laura Tonke und Marc Hosemann in den Rollen von Heinz und Hans zwei hochkarätige Mimen am Werke sind, die weder aufgelegte Scherze noch alberne Witze brauchen, um die Hochkomik im ganz normalen Wahnsinn eines (Beziehungs-)Alltags sichtbar zu machen. Um von Gefühlen wie Irritation, Enttäuschung, Ratlosigkeit und, eben, Liebe mal ganz zu schweigen.

Zwei im falschen Film D 2017, 107 Min., R: Laura Lackmann, D: Laura Tonke, Marc Hosemann, Christine Schorn, Rolf Becker, Start: 31.5.

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