Drama

„Zwischen den Jahren“ im Kino

Genrekorsett: „Zwischen den Jahren“ zeigt zwei Gebeutelte

Foto: temper clay film

„Ich bin nicht so gut mit Menschen“, sagt Becker. Er ist einer, den die Leute nicht mit Vornamen anreden, weil das schon zu persönlich sein könnte. Ein massiger Mann, dem das Leben ins Gesicht geschrieben steht. Kein gutes Leben. Jemandem wie Becker kann man entweder dabei zuschauen, wie er sich in schlechten Routinen durch die Tage bringt, oder man entdeckt diese andere Dimension, die auch noch im resigniertesten Menschen vorhanden ist (und die uns im Kino oft auf die Verlierer­typen mehr achten lässt als auf die Sieger): das Verlangen nach einem richtigen Leben, und sei es auch nur ein kleines, mit einer Frau, die auch schon ihre Geschichten erzählen könnte.
Becker trifft Rita, das ist auch die Begegnung zweier markanter Schauspieler – Peter Kurth und Catrin Striebeck. Und dann fragt man sich, ob Lars Hennings Film nicht vielleicht sogar interessanter hätte sein können ohne das Genrekorsett, in das er ihn dann zwingt. Denn Becker hat einmal jemand umgebracht, und das holt ihn in dem Moment ein, in dem sich etwas zu entwickeln beginnt. Eine Begegnung zweier Familien taugt besser als Showdown als der, auf den Lars Henning unbedingt hinauswill.

Zwischen den Jahren D 2016, 96 Min., R: Lars Henning, D: Peter Kurth, Karl Markovics, Catrin Striebeck, Leonardo Nigro, Start: 16.3.

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