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Knigge für den Video-Chat

Mit Kollegen Arbeitsabläufe koordinieren oder mit den Liebsten plaudern – es ist die Zeit der virtuellen Begegnungen. Videokonferenzen und Videochats gehören für die meisten von uns jetzt zum Alltag. Plötzlich sehen die Kollegen, wie man wohnt. Plötzlich fragt man sich, ob man wirklich so blass oder die Nase so lang ist. Wir haben uns Gedanken gemacht – hier ist unser Knigge für den Video-Chat mit Kollegen und Freunden.

Der Raum

Im häuslichen Videochat ist die Umgebung die Ausweitung der Persönlichkeit und daher will sie mit Bedacht ausgewählt und inszeniert werden. Wer sich an unseren Knigge für den Video-Chat hält, ist gewappnet: Ein ungemachtes Bett, Wäscheberge oder der gut bestückte Schnapsschrank im Hintergrund wirken zwar authentisch, sollten für die Kollegen am anderen Ende der Leitung jedoch nicht zu sehen sein.

Besser: ein aufgeräumter Raumabschnitt, nach Möglichkeit mit einer Wand im dunkleren Farbton. Je nachdem welche Aspekte ihrer Persönlichkeit Sie zeigen möchten, lässt sich mit der Hintergrundsituation spielen: Bücherregale zeugen von Belesenheit, Kunstwerke von einem Sinn für Ästhetik und Pflanzen von einem grünen Daumen.

Die Kleidung

Außergewöhnliche Zustände erlauben außergewöhnliche Outfits
Außergewöhnliche Zustände erlauben außergewöhnliche Outfits
Foto: imago images / Panthermedia

Es ist bekannt, was Karl Lagerfeld von Jogginghosen hält. Da momentan jedoch die ganze Welt mit dem Kontrollverlust kämpft, ist die Kombination legerer Unterbekleidung und seriöser Oberbekleidung durchaus legitim.

Für einen professionellen Eindruck wirft man sich am besten einen unifarbenen Blazer bzw. ein Jackett über. Es empfiehlt sich, stark gemusterte Kleidung zu vermeiden, da Muster ein Flackern im Bild erzeugen. Wer das Kommando in seinem Team hat, kann dies durch ein Headset mit Mikrofon unterstreichen.

Die Kamera

Suboptimal: Frau auf dem Sofa. Optimal: Frau auf dem Bildschirm.
Suboptimal: Frau auf dem Sofa. Optimal: Frau auf dem Bildschirm.
Foto: imago images / Panthermedia

Es ist wichtig die Kamera so zu positionieren, dass eine Kommunikation auf “Augehnhöhe“ möglich ist. Wenn man mit dem Laptop arbeitet, sind zuerst das Kinn, der Kiefer und die Wangen zu sehen. Das Gesicht wird nach oben hin schmaler. Das sieht nicht nur wenig vorteilhaft aus, sondern erzeugt auch einen Blick “von oben herab“.

Ein etwas niedrigerer Stuhl oder einige Bücher unter dem Laptop sind hier hilfreich. Bei externen Monitoren dafür die Kamera mittig positionieren. Ein natürlicher Weichzeichner-Effekt lässt sich erzeugen, in dem man mit dem Finger über die Linse fährt – er sollte jedoch nicht zu fettig sein.

Das Licht

Ein wohltemperiertes, diffuses Licht ist ideal für die virtuelle Kommunikation.
Ein wohltemperiertes, diffuses Licht ist ideal für die virtuelle Kommunikation.
Foto: imago images / Hans Lucas

Eigentlich das oberste Gebot unseres Knigges für den Video-Chat: Die Lichtsituation. Während des Videochats wirkt sich diese nicht nur auf die Bildqualität aus, sondern auch auf die eigene Ausstrahlung. Optimal ist Tageslicht. Dabei sollte man das Fenster weder direkt vor, neben oder hinter sich haben.

Sonst sieht man zu blass aus oder ist gar nicht gut zu sehen oder es entstehen unvorteilhafte Schatten. Abends setzt man am besten auf diffuse Lichtsituation durch indirekte Lichtquellen. Tipp: Rotes Licht zaubert einen schönen Teint. Also, noch schnell eine Glühbirne im Baumarkt besorgen.

Videochat mit dem Smartphone

Alles eine Frage des richtigen Blickwinkels.
Alles eine Frage des richtigen Blickwinkels.
Foto: imago images / Panthermedia

Da die Linsen der Smartphones einen starken Weitwinkel haben und das Gesicht viel breiter erscheinen lassen, wirkt hier die Wahl des richtigen Winkels Wunder: das Objektiv leicht schräg über sich platzieren. Das macht Hals und Gesicht schlank. Auf dem Bett liegend videochattet es sich viel gemütlicher, doch Vorsicht: mit dem Handy auf dem Bauch droht die Doppelkinn-Falle!

Foto: Autorin

Das Gespräch mit Freunden kann man mit den unzähligen Filtern bei Instagram oder Facebook aufpeppen. So lässt sich die nicht mehr vorhandene Frische am Abend kaschieren oder man erheitert sich gegenseitig mit Galgenhumor. Wer besonders ambitioniert ist, kann seine neu vorhandene Freizeit mit der Kreation eigener Filter verbringen.