Konzerte & Party

17 Hippies im Kesselhaus

17 Hippies

Vermutlich geht es den 17 Hippies leise auf die Nerven: ewige Fragen danach, warum es bei einem solchen Bandnamen eigentlich „nur“ zwölf Musiker gibt, dazu abgegriffene Schubladen-Schlagworte vom fröhlichen Worldpop bis zum schrägen Balkanrock. Aber so ist es nun mal, wenn man sich seit 20 Jahren unerschütterlich gegen alle kommerzielle Wahrscheinlichkeit als feste Größe innerhalb der gesamteuropäischen Indieszene etabliert hat. Die 17 Hippies um Sängerin Kiki Bauer, Banjozupfer und Krautrock-Veteran Lüül, Christopher Blenkinsop und Dirk Trageser gelten seit ihrem Start Mitte der Neunziger hierzulande als so etwas wie Familie: vertraut, tröstlich, allzeit bereit. Besonders in der Heimat Berlin halten viele die Folk-Großtruppe ungefähr für so selbstverständlich wie Konnopkes Imbiss. Dass hinter der scheinbaren Mühelosigkeit der Band mit dem konsequenten Do-it-yourself-Ethos harte Arbeit, lebhafte Streitkultur und nicht wenig Idealismus steckt, hört man ihrem leichtgängigen Genremix nicht an. Gegen starre, bloß spaßbetonte Stereotypen aber haben die sensiblen Mitglieder des Hippie-Clans etwas, und so haben sie zuletzt vermehrt gebrochene bis experimentellere Töne angeschlagen, darunter Feines wie das Folkduo „So leicht“ vom jüngsten Album „Biester“. „Wir danken unserem Publikum für die großartige Zeit“, heißt es im Beiheft ihrer jetzt veröffentlichten Werkschau namens „Anatomy“ samt toller Tribute-CD mit Song-Interpretationen befreundeter Bands. Der Dank geht zurück.

Text: Ulrike Rechel

17 Hippies, Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Di 29.+Mi 30.12., 20 Uhr, VVK: 26 Euro zzgl. Gebühr

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