Konzerte & Party

„2 Jahre Der Bass macht den Beat“ im Gretchen

bass_bn-familyphoto-berlin-20120901-gnarlos-highresHipHopper machen bei Partys immer nur Stress und prügeln rum. Electro-Fans sind alle auf Drogen und komplett intolerant, was andere Musikrichtungen betrifft. Vorurteile zwischen den beiden Gruppen gab es genug, als der HipHop-, Funk- und Soul-DJ Raw D vor zwei Jahren beschloss, seine Partyreihe „Der Bass macht den Beat“ zu starten. „Freunde und Bekannte haben mir davon abgeraten. Sie haben nicht geglaubt, dass das funktionieren kann.“ Inzwischen füllen er und seine Partner vom Label Taggen4Life auch größere Locations wie den Festsaal Kreuzberg oder das Ritter Butzke. Clubs also, die mit HipHop sonst wenig bis gar nichts zu tun haben.

„Am Anfang kamen die Leute entweder wegen HipHop oder wegen der elektronischen Musik. Mittlerweile hat sich die Schnittmenge vergrößert“, meint Raw D. Trotz der immer größeren Namen im Electro-DJ-Line-up (Andreas Henneberg, Smash TV) liegt der Schwerpunkt der Partyreihe für den Veranstalter aber weiterhin bei HipHop. „Der Bass macht den Beat steht für guten, alten Oldschool-HipHop aus den 90ern. Natürlich spielen die DJs, die wir anheuern, auch ein paar neuere Sachen. Kendrick Lamar zum Beispiel. Aber kein Cro oder so Charts-Gedöns.“ Dass sich dieses recht überschaubare Feld zwischen nicht zu undergroundigem, aber auch nicht zu main­streamigen HipHop irgendwann erschöpfen könnte, glaubt Raw D nicht. „Bei uns legen ja die unterschiedlichsten DJs auf. Etablierte Acts wie DJ Sepalot von Blumentopf oder DJ Craft von K.I.Z. zum Beispiel. Aber auch unbekanntere Leute, die wir das erste Mal auf eine größere Meute loslassen.“

Während auf den verschiedenen Floors also separat zu HipHop oder elektronischen Klängen gefeiert wird, setzt die Partyreihe bei den Live-Acts meist auf Künstler, die die beiden Musikrichtungen vermischen. Wie Tanga Elektra zum Beispiel mit ihrem experimentell-akustischen Live-Electro aus Loopstation und E-Violine oder die amerikanische Rapperin BadKat mit ihrem Blending aus HipHop und Dubstep. Beim Booking der Artists sind Raw D vor allem Skills und Authentizität wichtig. „Der Bass macht den Beat ist keine Veranstaltung mit viel Tamtam, Bling-Bling oder sonst was. Es geht uns einfach um eine ausgelassene Atmosphäre und guten Sound.“ Entsprechend entspannt ist daher auch die Türpolitik: „Ganz egal, in welchem Club die Party stattfindet: Jeder, der reinwill, kommt rein. Wir reden extra jedes Mal mit den Türstehern.“

Am 19. Januar feiert die Electro-meets-HipHop-Partyreihe ihr zweijähriges Jubiläum im Gretchen. Als Special Guest wurde die englische Drum’n’Bass-Legende MC Spyda aka Black Tarantula engagiert, die hierfür zum ersten Mal nach Berlin kommt. Headliner auf dem Main Floor ist DJ Mad von den Beginnern. Für Live-Rhymes sorgen fünf Jungs der Rap-am-Mittwoch-Crew.

Text: Henrike Möller

2 Jahre Der Bass macht den Beat Gretchen, Sa 19.1., 23.30 Uhr, www.derbassmachtdenbeat.de

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