Konzerte & Party

4 x Seeed in der Wuhlheide

Seeed_c_MarcoProsch

„Berlin, ihr seid die Größten, der Rest kommt okay, aber ihr kommt am höchsten …“, diese Worte richteten Seeed 2006 während der Konzertreihe popKick im Zuge der landeseigenen Fußball-WM ans Publikum im Treptower Park. Jemand schrieb danach, damals sei es ihr bis dato größtes Konzert gewesen. Das kann eigentlich gar nicht sein, hatte die elfköpfige Band zu diesem Zeitpunkt doch schon drei Alben veröffentlicht, mit dem Song „Ding“ den Bundesvision Song Contest gewonnen und kurz vor dem besagten Auftritt die Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft in München bespielt. Bei ihren Live-Auftritten machen sie gerne einen auf großen Macker, betreten die Bühne in aufeinander abgestimmten Poser-Outfits und regen das Publikum mit ausgefeilten Choreografien zum Tanzen an. Ihre Debütsingle „Dickes B“ hat sich längst zur bundesweiten Berlin-Hymne entwickelt, die – für gebürtige Berliner manchmal nicht ganz nachvollziehbar – sogar in den entlegenen Dörfern der Republik Anklang gefunden und wohl einen nicht unerheblichen Teil zum Berlin-Hype beigetragen hat.

Wirft man einen Blick auf die Band­geschichte, entsteht das Gefühl, Seeed seien immer in Bewegung. Selbst als sie 2007 eine längere Schaffenspause ankündigten, wurde es nie ganz ruhig um die Band: Das Soloprojekt von Sänger Pierre, der als Peter Fox zum selbsterklärten Stadtaffen mutierte und mit Songs wie „Schwarz zu Blau“ den Lokalpatriotismus weiter schürte, hielt die Band in aller Munde – auch wenn Seeed als solche damit eigentlich nichts zu tun hatten. Nebenbei startete auch Sänger Demba Nabй ein eigenes Projekt unter dem Namen Boundzound, das zwar auf Wohlgefallen stieß, aber genauso wie die Solokarriere von Frank Dellй im Schatten der Band und des übermächtigen Stadtaffen blieb. Der Kritik von Fans der ersten Stunde trotzend, die den ursprünglichen Reggae-Sound vom ersten Album zwischen den immer schriller werdenden Tönen der Nachfolger „Music Monks“ und „Next“ vermissen, und dem Vorwurf des Mainstreams gleichgültig gegenüberstehend bleiben Seeed ihrer Linie auch auf dem vierten, selbst betitelten Album treu.

Foto: Marco Prosch

Seeed Kindl-Bühne Wuhlheide, Do 22.8., 19 Uhr, Fr 23.8., 20 Uhr, Sa 24.8., 20 Uhr, So 25.8., 19 Uhr, alle ausverkauft

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