Konzerte & Party

Aaron im frannz

Aaron

Air haben es getan, Daft Punk auch, ebenso Benjamin Biolay: die Nähe zum Kino gesucht, als Filmkomponisten oder Schauspieler. Auch Aaron sind von Haus aus Kino-affin; spätestens seit dem französischen Drama „Keine Sorge, mit geht’s gut“. Sänger Simon Buret spielte in Philippe Liorets Kassenerfolg nicht nur eine kleine Rolle, sondern steuerte mit Kompagnon Olivier Coursier Songs bei, darunter den schwerblütigen Ohrwurm „U-Turn“. Seither mischen sich in Aarons Tourkalender regelmäßig Burets Filmdrehs. Das erklärt vielleicht, warum viel Zeit ins Land ging seit dem erfolgreichen Debüt von 2007. Für den Nachfolger, „Birds In The Storm“, versuchten die Songschreiber bewusst, dieselben entspannten Bedingungen herzustellen, die auch den Erstling prägten: eine Atmosphäre des Experimentierens in Coursiers Homestudio, immer auf der Fährte zwischen klassischer Popballade und elektronischer Klangtüftelei. Nach ihrem in Frankreich mit Platin veredeltem Debüt hätten sich Aaron diesmal fraglos namhafte Studio-Cracks zu Hilfe holen können. Doch erweist sich die konzentrierte Zweier-Einheit als glückliche Fügung, einmal mehr gelingt eine elegante Balance zwischen großem Gefühlsaufruhr und Lakonie. Ihren noblen Pianopop а la Coldplay haben die Franzosen spürbar aufgeraut, zugunsten von Synthie-Klängen und fragileren Stimmungen. Das Titelstück etwa erinnert mit brütender Motorik an Schwarz-Weiß-Malerei nach Art von Joy Division; mit einem Fuß im Blues steht schließlich „Song For Ever“: „Hello darkness, what’s your name today, I heard you were back in town“, singt der US-stämmige Simon Buret angenehm lakonisch, während im Hintergrund eine kühle Brise aus Hall und Klavierakkorden heranweht…

Text: Ulrike Rechel

Aaron + Flip Grater, frannz, Mi 28.3., 21 Uhr, VVK: 20 Euro

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