Konzerte & Party

Abe Vigoda im West Germany

In jeder Großstadt gibt es einen Veranstaltungsort, der etwas anders ist. Los Angeles macht da keine Ausnahme, dort zieht es die Leute in einen Laden namens The Smell. Es ist ein Dreckloch, in dem es gewaltig nach Unrat und Urin stinkt. Eine Klimaanlage sucht man ebenso vergebens wie Fenster. Das hält kalifornische Untergrundbands aber nicht davon ab, regelmäßig dort zu spielen. Abe Vigoda sollen schon hundert Mal im Gestank von The Smell aufgetreten sein, und würde die Band nicht ständig bekannter werden, wären die nächsten hundert nur Formsache.

Abe Vigoda klingen wie Vampire Weekend auf Sauftour oder wie Cold War Kids im Irrenhaus. Reichlich aufgekratzt auf jeden Fall. Parallelen zu den kalifornischen Artcore-Bands No Age und Health sind nicht zu überhören. Auffällig sind aber auch karibische Steel-Drum-Sounds und afrikanische Gitarrenmelodien. Abe Vigoda nennen ihren Bastard selbst Tropical Punk und meinen damit das ständige fieberhafte Umschalten von rhythmischen Parts mit Afro-Touch auf Noise-Breaks oder perkussive Passagen. Das sorgt ein ums andere Mal für echte Aufreger, nicht nur in übel riechendem Ambiente.

Was der echte Abe Vigoda zu all dem meint, lässt sich leider nicht sagen. Der Schauspieler, der u.a. durch die Rolle von Sal Tessio in der berühmten Verfilmung von Puzos „Paten“ bekannt wurde, weilt nicht mehr unter uns. Eines ist aber klar: Wer sich nach so einem Kulttypen benennt, kann nur cool sein.

Text: Thomas Weiland

Abe Vigoda + Mika Miko + Lovvers

West Germany, Mo 8.12., 21 Uhr

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