Konzerte & Party

Abeueda im Magnet Club

Man muss sich Berlin als Wüs­tenlandschaft vorstellen. An bestimmten Orten gehört nicht viel Fantasie dazu: beispielsweise im sandigen Brachland gegenüber dem Mauerstück namens Eastside Gallery; dort, wo mittlerweile eine große Eissport-Arena im Nichts sitzt – wie ein Ufo beim Zwischenstopp. Sollte sie einst zum Weiterflug abheben, ist der Platz wieder frei für imaginäre Roadmovies oder heimliche Biker-Rennen. Den Soundtrack dazu liefern in Berlin Bands wie Pothead oder auch die geistesverwandten, tief groovenden Abeueda. Es passt, dass die erste EP der 2002 gegründeten Tieftöner mit Hilfe von Pothead-Drummer Sebastian Me­yer entstand. Beim Debütalbum der Truppe um den Gitarristen und Dreadlock-Träger Cowboy legten schließlich Potheads Brad und Jeff Dope als Produzenten Hand an.
Entsprechend ökonomisch und schnörkellos klingen die Nummern auf „Thrills“. Nun hat die Band den Nachfolger eingespielt. Die Songs darauf klingen nochmal eine Spur kaltschnäuziger, die Gitarrenriffs schürfen schwer am Boden. Sänger Koeppel klingt dazu so gepresst und grimmig, als hätten sich soeben die Trümmer einer langsam zusammengesackten Hauswand über die Band gesenkt. Das erinnert mehr an das zornige Frühwerk der Stoner-Rock-Ikonen Kyuss als an die melodischeren Queens Of The Stone Age.
Ansatzweise harmonisch geht es bei den Berliner Wüstensöhnen höchs­tens mal in den Refrains zu. Die klingen dann ungefähr so feinstofflich wie ein Rudel Biker, kurz vor ihrem Geheimrennen zwischen O2-Arena und Ostbahnhof.
Text: Ulrike Rechel

Abeueda (Record-Release-Party)
+ Claus Grabke + Niila, Sa 3.1., Magnet,
22 Uhr, AK: 6 Ђ

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