Konzerte & Party

Adult. im Festsaal Kreuzberg

Adult.

Eigentlich war Synthesizer-Pop abgehakt. Er hatte in den Jahren 1981 und 1982 Hochkonjunktur, danach entwickelten sich Technik und Bands weiter. Es war nicht das endgültige Ende. Zwanzig Jahre später wandte sich eine wachsende Zahl jüngerer Musiker von Computern, Software und digitaler Perfektion ab und dem Sound des analogen Zeitalters zu. Nicola Kuperus und Adam Lee Miller war das besonders anzuhören. Auf ihrem Album „Anxiety Always“, dem ersten „richtigen“ unter dem Namen Adult., machten sie aus trockenen und schnellen Beats, karger Elektronik und konfrontationsfreudigen Texten („Kick In The Shin“) zwingenden Dance-Punk. Diese Musik hatte das Zeug zum großen Ding, aber am Ende drängelten sich doch wieder Leute mit dicken Deals oder Vertreter des kurzlebigen Electroclash-Hypes vor. Adult. machten sich nichts daraus. Ihnen ging es um Konzepte und künstlerischen Bezug, nicht um kommerzielle Motive. So erklärt es sich auch, dass dieses Duo in den letzten sechs Jahren freiwillig nichts von sich hören ließ. Kuperus und Miller hatten genug vom Album-Tour-Album-Zyklus und beschäftigten sich eine Weile mit Low-Budget-Filmen. Vor einem Jahr kehrten sie ins Studio zurück, es entstand  das Album „The Way Things Fall“. Dieses Mal geht es um emotionalen Schmerz. Kuperus erzählt davon wie eine Eiskönigin. Miller hat dazu passend die Hektik des Punk aus dem Repertoire gestrichen. Er setzt auf den simplen Pop der frühen OMD oder die Klangkulissen von Anne Clark. So kommen Adult. dem Vorbild aus den frühen Achtzigern so nahe wie kaum eine andere Band.

Text: Thomas Weiland

Adult., Festsaal Kreuzberg, Do 16.5., 22 Uhr, VVK 15 Euro zzgl. Gebühr

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