Konzerte & Party

The Afghan Whigs im C-Club

The Afghan Whigs

Sie waren in den Neunzigern anders als der Rest. Punk und Noise-Rock spielten auch bei The Afghan Whigs hinein, das war in Rock-Kreisen damals üblich. Aber man spürte bei der Band aus Cincinnati auch einen starken Soul-Einfluss, er machte am Ende den Unterschied. Mit ihm im Rücken peitschte sich Sänger Greg Dulli so an, als ginge es um alles. Das wird von Vertretern der schwarzen Musik bis heute wohlwollend registriert. Die jüngste Wiedervereinigung der Band hat sogar ein leibhaftiger R&B-Star durch seine Mitwirkung unterstützt. Bei einem Auftritt der Afghan Whigs während des Festivals South By Southwest in Austin vor gut einem Jahr klinkte sich ausgerechnet Usher ein. „Er wusste, dass wir mal einen Song von Frank Ocean gecovert hatten. Danach hat er sich intensiv mit unserer Musik auseinandergesetzt und schlug von sich aus vor, uns während des Stücks ‚Somethin‘ Hot‘ zu begleiten. Er kam zu den Proben und kannte den Text auswendig. Das war beeindruckend.“ Durch dieses Erlebnis angestachelt, fielen Dulli nach und nach immer mehr neue Songs ein, die zu The Afghan Whigs und nicht zu seiner anderen Band The Twilight Singers und auch nicht zu The Gutter Twins, dem gemeinschaftlichen Projekt von ihm und Mark Lanegan, passten. „Diese lauten, harten und von kathartischer Energie geprägten Brecher hörten sich wie die aus den Neunzigern an. Ich spürte, dass sie sich auf Konzerten gut machen werden. Es ging auch nicht alles nur in eine stilistische Richtung. Deshalb haben wir alles aufgenommen, was mir eingefallen ist.“ Das Album heißt „Do To The Beast“ und ist bei Sub Pop erschienen, dem wichtigen Wegbereiter-Label des Grunge. Sollte es wider Erwarten auf keine große Resonanz stoßen, wird Dulli nicht in Trauer verfallen. Er ist jetzt schon Miteigentümer von zwei Bars in Los Angeles und einer in New Orleans. Eine weitere soll hinzukommen. „Ich bin in einer Barbesitzer-Familie aufgewachsen. Wenn man es richtig macht, kann man in diesem Metier nur auf der Gewinnerseite landen. Trinken geht schließlich jeder mal gerne.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Piper Ferguson

The Afghan Whigs, C-Club, Mi 02.07., 21 Uhr, VVK 23 Euro + Gebühr

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