Konzerte & Party

„The Airborne Toxic Event“ im White Trash Fast Food

The Airborne Toxic Event

Irgendwo in Mikel Jolletts Schublade muss ein halb fertiger Roman liegen. Fünf Jahre ist es her, als sich der Mann aus Los Angeles daran machte, sein Debüt als Schriftsteller zu geben. Doch plötzlich gelangte sein Leben in Schieflage, mit einer Krebsdiagnose der Mutter, während bei Jollett eine gravierende Autoimmunkrankheit festgestellt wurde, beides in nur einer Woche. Eine Krise, gekrönt vom Ende seiner Beziehung. So geballt die Rückschläge, so stürmisch sieht das Leben des Kaliforniers seither aus. Statt sein Buch fertig zu schreiben, vertiefte er sich ins Gitarrespielen, bis plötzlich genug Songmaterial zusammen war, um eine Band zu gründen. The Airborne Toxic Event heißt die Band nach einer Vergiftungsszene in einem Don-DeLillo-Roman: ein spielverrücktes Quintett mit Standbass und Bratsche im Gepäck und ausgebuchtem Live-Kalender. Auf der Bühne liegt fraglos die Stärke der sehnsuchts­prallen Songs, in denen der Bandleader von schiefgelaufenen Herzensmanövern erzählt, und auch eigene postpubertäre Ausfälle nicht ausspart. Und der nächste Schwung an Story-Songs ist schon fertig eingespielt. Live wird es erste Kostproben geben, bei sogenannten Residencys in ausgewählten europäischen Städten: allein viermal in Berlin.

Text: Ulrike Rechel

The Airborne Toxic Event, White Trash Fast Food, Di 1.2. (außerdem 8., 15. u. 22.2.), 21 Uhr, VVK: 3 Euro

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