Konzerte & Party

Alabama Shakes im Astra Kulturhaus

Alabama Shakes

Das Städtchen Athens in Alabama hört auf einen bedeutenden Namen. Doch geht es in dem 22.000-Einwohner-Ort sehr beschaulich zu. Große Träume verwirklicht man anderswo. Die Begrenztheit ihrer Heimat im ländlichen Süden hatte aber auch etwas Gutes für Brittany Howard, die hier schon Cover-Songs auf der Bühne vortrug, seit sie 13 ist. Ihre künftigen Bandkollegen fand sie rasch – wo sich Rock’n’Roll-affine junge Leute in Athens untereinander leicht erkennen können: Zac Cockrell etwa, Co-Songschreiber und Bassist, war der Sängerin mit Postboten-Job schon in der Schule als Träger von T-Shirts obskurer Indie-Bands aufgefallen; Drummer Steve Johnson jobbte im Musikfachgeschäft, dem einzigen am Ort; mit Kumpel Heath Fogg als Gitarrist waren die Alabama Shakes komplett. Eine Band, die in Blogs gehypt und von internationalen Plattenlabels umworben wurde, kaum hatte sie erste Songs im Internet hochgeladen. Dass selbst ein Star wie Jack White den Neulingen den Hof machte und auf seinem Label ihre erste Single veröffentlichte, ist wenig verwunderlich: Mit Brittany Howard, einer barocken Erscheinung, verfügt die Band über eine außergewöhnliche Sängerin. Ungefiltert gefühlsstark klingt ihre Soulstimme, lebens- und leiderfahren, so wie man es mit knisternden R’n’B- und Gospel-Schallplatten aus den Sechzigern assoziiert. Das bündige Debütalbum „Boys & Girls“ klingt entsprechend unpoliert, kleine Fehler hat die Band in den Aufnahmen belassen. „Perfekt ist langweilig“, sagt Howard selbstgewiss. Was ziemlich abgezockt klingt für eine 23-jährige Ex-Briefträgerin aus der Provinz, der plötzlich die Popwelt zu Füßen liegt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Pieter M. Van Hatten

Alabama Shakes + Patterson Hood, Astra Kulturhaus, Mo 5.11., 21 Uhr, VVK: 25 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren