Konzerte & Party

Alabama Shakes im Astra

Alabama Shakes

Dass aus dem Süden der USA eine besondere Art des Soul kommt, ist Tradition. Nirgends ist es ärmer, schwärzer und gläubiger als hier, zwar gibt es keine Sklaven mehr, aber Freiheit fühlt sich anders an. „Bless my heart, bless my soul, didn’t think I’d make to 22 years old.“ Wenn heute eine 23-Jährige so etwas singt, dann ist die Lage ernst. Mit „Hold On“ weckten Alabama Shakes mehr als nur Interesse, die voluminöse, ungefiltert stürmische Stimme von Brittany Howard gepaart mit einem Drums und Bass aufgepumpten Sound löste Eruptionen aus. Eine Urgewalt, ein Schrei aus der Tiefe der gebrannten Seele.
„Boys And Girls“ hieß das Debütalbum, ein Titel, der junge Leute aus der Vorstadt assoziieren lässt, aber Alabama Shakes machen ihrem Namen alle Ehre: Als würden sie den Schlaf der Geknechteten nicht länger hinnehmen wollen, brauen sie ein Gemisch aus Explosionssoul und Bombenleger-Punkrock,  schreien ihre Bekenntnisse und Deklarationen in die Welt hinaus und knüpfen die zeitüberspannende Verbindung zum Sound von Muscle Shoals, einer der wichtigsten Wiegen des Southern Soul. Charterfolg, Grammy-Nominierungen und mit Justin Timberlake und Mavis Staples Privat-Session bei Obama. Wie sehr diese Band es wissen will, sich nicht verkauft und weichspülen lässt, zeigt ihr nun zweites Album „Sound & Colour“. Wieder angeführt von einer Hammersingle „Don’t Wanna Fight“, gehen sie ihren Weg weiter zwischen James Brown und Black Sabbath, lassen den Geist von Curtis Mayfield auferstehen und suchen fern von smartem Hipstertum den ?direkten Kontakt ganz vorne: Auge in Auge.

Text: Christine Heise

Alabama Shakes, Astra, Revaler Straße 99, Friedrichshain, So 3.5., 20 Uhr, ?VVK: 27 Euro zzgl. Gebühr

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