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Alan McGhee: „Creation Stories“

Alan McGhee: Creation StoriesWas eine aufregende Band braucht? „Gefahrenpotenzial, Melodien und Stinkefinger-Attitüde“, schreibt Alan McGee in seiner Autobiografie apodiktisch. Der Manager, Labelchef und Musiker informiert auch über 30 Jahre der Triumphe und Leiden. Er erzählt von den Bands, die er entdeckt und groß gemacht hat, von The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine (MBV), Primal Scream und Oasis. Er geht aber auch auf die Schattenseiten ein. Auf die Schläge des Vaters in der Jugend. Auf Drogen, Suff und Partys. Auf das traurige Ende der ersten Ehe. Und auf Pfund-Verprasser und MBV-Chef Kevin Shields, dessentwegen das Creation-Label 1991 fast bankrott gegangen wäre, wenn McGee in einem letzten Akt der Verzweiflung nicht Geld aus der Lebensversicherung seiner verstorbenen Mutter losgeeist hätte. 1994 erlitt der Schotte einen Nervenzusammenbruch. Nach seiner Genesung ging es dann mit Oasis nur noch aufwärts und mit Creation nur noch bergab. 2000 verließ McGee seine eigene Firma und kehrte nach kurzer Zeit mit einer neuen namens Poptones zurück, mit der er den Musikverkauf über das Internet vorwegnehmen wollte. Das klappte nicht. Pete Doherty und die Libertines hat er danach als Manager nicht in den Griff bekommen, das bedauert er. Aber seine wilden Jahre sind vorbei, er macht heute nicht mehr alles mit. Nach einer längeren Pause und der Beschäftigung mit esoterischen und okkulten Inhalten brachte McGee im Vorjahr noch einmal ein Indie-Label namens 359 Music an den Start. Er kommt einfach nicht von der Musik los, auch mit 53 nicht.

Text: Thomas Weiland

Alan McGee „Creation Stories“ (engl.), 325 Seiten, Sidgwick & Jackson, Preis 13,95 Euro

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