Konzerte & Party

Algiers im About Blank

Algiers

Mitunter reflektieren Musiker das aktuelle politische Geschehen enorm – so wie es im Augenblick bei Algiers der Fall ist. Gegründet haben Sänger Franklin James Fisher, Bassist Ryan Mahan und Gitarrist Lee Tesche ihre Band in Atlanta, also mitten in einem Land, in dem sich der Rassismus wieder auf erschreckende Art und Weise bemerkbar macht. Als ob sie geahnt hätten, dass so etwas jederzeit passieren kann, lassen Algiers auf ihrem Debüt die Unruhe und Spannung in der US-Gesellschaft einfließen.
Die Wurzeln ihres Sounds findet man in den 80ern, im Post-Punk, im Industrial und im frühen Hip-Hop. Der Grund für den gewaltigen Respekt, den diese Melange einflößt, ist die Stimmakustik, die auf Qualen und Kultur der Schwarzen hinweist. Man denkt an die Pein auf Sklavengaleeren, die körperliche Anstrengung auf Baumwollfeldern und an die Suche nach Erlösung durch Gospelgesang.
Einen Song haben sie nach der Bürgerrechtlerin Claudette Colvin benannt, die sich 1955 gegen die Rassentrennung in öffentlichen Bussen zur Wehr gesetzt hat – mit Erfolg. Da Algiers ihre Kraft aus genau solchen Inhalten schöpfen, hört man ihren Songs nicht einfach nur zu: Man fiebert mit ihnen, hofft auf Besserung und feiert das alles als seelenreinigendes Ereignis. Eine Muss-Band, ganz klar.

Text: Thomas Weiland

Foto: Alex De Mora

Algiers, About Blank, Markgrafendamm 24c, Friedrichshain, Mi 12.8., ?20 Uhr, VVK: 15 Euro zzgl. Gebühr

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