Konzerte & Party

Alicia Keys: Girl On Fire

GirlOnFireSie meint, dass sie brennt, heiß auf etwas ist und große Leistungen bringt. Da ist man natürlich gespannt. Einer Alicia Keys darf man ja zutrauen, dass sie den Mund nicht zu voll nimmt. Sie ist unbestritten einer der größten Stars des R&B und Neo-Soul, hat bisher noch kein schlechtes Album gemacht und als Komponistin und Pianistin gute Voraussetzungen. Der schon als Single bekannte Titelsong fachte die Begeisterung dann aber nicht gerade an. In der Welt dieser Lady hat die plärrende Trash-Barbie Nicky Minaj als Partnerin nichts zu suchen. Der von Billy Squier übernommene Beat ist toll, aber schon von Dizzee Rascal genutzt worden, weshalb er nun abgestanden wirkt. Eine bessere Partnerwahl ist Emeli Sandй, mit der Keys drei Stücke geschrieben hat, darunter „Brand New Me“. Dass sich die New Yorkerin wie ein neuer Mensch fühlt, hat sicher mit ihrem Mutterglück zu tun. Sohn Egypt ist einmal kurz zu hören.

In musikalischer Hinsicht kann man dagegen nicht von einer tiefgreifenden musikalischen Erneuerung sprechen. Der Aufwand wurde im Vergleich zum mutigen Vorgänger „The Element Of Freedom“ heruntergefahren. Es kocht deshalb nicht gleich auf Sparflamme, aber nun fehlen gescheite Reizpunkte, in Gegenwart derer die zur Solidität neigende Sängerin gewinnen kann. An einigen Stellen auf „Girl On Fire“ (RCA/Sony Music) hat sie durchaus in die richtige Richtung gedacht. Keys hat sich mit Kollegen eingelassen, die für Soul und Qualität stehen. Maxwell ist einer davon, sein trippiger Stil passt gut. John Legend ist ein anderer, der von ihm geschriebene Track „When It’s All Over“ hat Substanz und erinnert an die „Crazy In Love“-Tage von Beyoncй. Insgesamt betrachtet kann man aber nicht sagen, dass Keys hier wirklich on fire ist. Von den Balladen hätte sie sich ein, zwei sparen können und dafür lieber mehr Partystimmung einbauen sollen.

Text: Thomas Weiland 

tip-Bewertung: Annehmbar

Alicia Keys, Girl On Fire RCA/Sony Music

Mehr über Cookies erfahren