Konzerte & Party

Alien Sex Fiend spielten im K-17

Alien Sex Fiend

Seit dem Jahr 1982 hat sich viel getan. Nur bei Nik und Mrs. Fiend von Alien Sex Fiend nicht: Bei ihrem Auftritt im vollen K?17 hingen Fledermausnetze von der Decke, türmten sich Totenköpfe, leuchtete rotes Licht aus Büsten und verpesteten Nebelschwaden die Luft. Auch die elektronische Ausrüstung entsprach noch dem alten Standard, was in diesem Fall böse bestraft wurde. Am Anfang gelang es Mrs. Fiend partout nicht, ihren antiquierten Analoggeräten den richtigen Sound zu entlocken. „It’s not a fucking computer“, rechtfertigte sie sich genervt. Unter den Anlaufschwierigkeiten litt leider der Klassiker „E.S.T. (Trip To The Moon)“, bei dem sich früher auch in Berlin die Tanzflächen der Dunkeldiscos füllten. Dieses Mal reichte es bloß zu einer lahmen Lo-Fi-Version für Chillout-Räume. In dieser Situation hätte Partner Nik eigentlich in Aktion treten müssen, aber mehr als ein gequältes „Be patient or be a patient“ (haha!) brachte der völlig ausgemergelte und kahl geschorene Hüne nicht heraus. Wenig später dann waren die Probleme gelöst, die Synthesizer und die Schlagzeugmaschinen machten endlich, was sie sollten. „Ignore The Machine“ stand auf dem Programm, noch so ein unvergessener Oldie aus dem trashigen Orkus des unverwüstlichen Paares. Da lebten die Fans plötzlich auf. Man kann nicht sagen, dass es sich um ein bunt gemischtes Publikum handelte, dafür war die Farbe Schwarz zu dominant. Aber es waren nicht nur Grufties, die der Band treu Folge leisteten, sondern auch Anhänger von Punk, Hardrock und Industrial. Sie tanzten zufrieden bis nach Mitternacht zu den Horror-Hymnen „Manic Depression“, „I’m Doing Time In A Maximum Security Twilight Home“ und „Now I’m Feeling Zombified“. Zum Schluss gab es sogar eine Bescherung. Nik Fiend öffnete eine Mülltonne, holte weiße Totenköpfe und riesige Knochen heraus und warf oder schoss sie in die Menge.

Text: Thomas Weiland

Foto: POP-EYE / Jessica Frischen

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