Konzerte & Party

Alt-J in der Columbiahalle

Alt-J

Manchmal kommt eine Band daher, die gleich im ersten Anlauf alle übertrifft. Im Jahr 2012 hieß diese Band alt-J. Das hat im Vorfeld wirklich niemand erwartet, weil auf dem Debüt „An Awesome Wave“ nichts auf einen massen-gerechten Stil hindeutete. Für das Quartett um Sänger und Gitarrist Joe Newman gehören klassischer Indie-Rock, experimentelle Kunststücke, Folk-Passagen und elektronische Extravaganzen in einen Topf, in dem alles gut miteinander harmoniert. Zur Belohnung pilgerte das Publikum zahlreich zu den Konzerten und kürte die Kritiker-Jury, die in Britannien jährlich den Gewinner des Mercury Prize bestimmt, alt-J zu den Siegern.
Trotzdem herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. Bassist Gwil Sainsbury hatte Anfang 2013 bereits genug und verließ die Band. In vergleichbaren Fällen stellt so ein Ausstieg einen schwer zu kompensierenden Verlust dar. Bei alt-J hat er sich am Ende nicht sonderlich gravierend ausgewirkt. Mit „This Is All Yours“, dem Titel des zweiten Albums, will die Band zeigen, wie glücklich sie darüber ist, mit den Fans neue Songs teilen zu können. Das bedeutet aber nicht, dass alt-J nun angepasster oder durchschnittlicher klingen. Nach wie vor suchen sie ständig nach einem neuen Dreh und gliedern sogar Jazz, Blues oder Weltmusik mit ein. Natürlich gelingt diesen Alleskönnern auch das.

Text: Thomas Weiland

Foto: Laura Coulson

Alt-J, Columbiahalle, Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Mi 11.2., 20 Uhr (ausverkauft)

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