Konzerte & Party

Alt-J im Astra

JoryCordyDie leidige Suche nach einem Namen, jede Band kennt dieses Problem. Woher noch einen nehmen, wo es doch schon so viele gibt? Ist man ganz verzweifelt, nimmt man eine Tastenkombination auf dem Computer. So haben es ? gemacht. ?? Gemeint ist das Zeichen, welches man nach dem Drücken der Tasten „alt“ und „J“ auf einem britischen Apple-Computer zu sehen bekommt. Der Einfachheit halber hat sich mittlerweile der schlichte Name Alt-J eingebürgert, und trotzdem haben die ehemaligen Kunststudenten aus Leeds einen beachtlichen Start hingelegt. Mit einer Mischung aus Folk, Psychedelischem und elektronischen Zutaten bereichern sie das Genre des Art-Rock.

„Unsere Musik ist das Resultat aus den Instrumenten, die uns zur Verfügung stehen“, sagt Sänger Joe Newman. „Ich spiele auf einer alten Klampfe, die ich schon ewig habe. Keyboarder Gus steht an einem Yamaha-Gerät, das ein Freund von mir auf der Sekundarschule entwendet hat. Schlagzeuger Thom vertraut auf das Kit, auf das er schon in einer Grindcore-Metal-Band eingedroschen hatte.“ Heute werden diese Instrumente sorgsam behandelt. Klanglich gesehen gehören ­Alt-J in die feinfühlige Kategorie. Inhaltlich sieht das anders aus. Der Song „Matilda“ handelt laut Newman von der Rolle, die Natalie Portman im Thriller „Lйon“ von Luc Besson spielt: „Mich fasziniert die Art, wie sich darin das Verhältnis zwischen dem Mädchen Matilda und dem Killer entwickelt. Ich musste einfach einen Song daraus machen.“ Mehr davon ist auf „An Awesome­ Wave“ zu hören. Das Debütalbum von Alt-J wurde Ende letzten Jahres mit dem britischen Mercury-Preis prämiert.

Text: Thomas Weiland

Foto: Jory Cordy

Alt-J Astra, Sa 23.2., 20 Uhr, ausverkauft

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