Konzerte & Party

Am Dienstag: Dionne Warwick Admiralspalast

DionneWarwickKein Song ist besser geeignet, die Qualitäten der großen Dionne Warwick zu beschreiben, als „I Say A Little Prayer“. Anders als bei Aretha Franklin, die dieses Meisterstück noch bekannter gemacht hat, loderte in Warwicks Original nicht das Feuer des Soul. Theoretisch wäre das möglich gewesen, die Dame war früher schließlich Gospelsängerin. Aber diese Veranlagung war es nicht, die Burt Bacharach 1962 dazu brachte, die junge Sängerin unter Vertrag zu nehmen. Der Komponist sah in ihr die Verkörperung von Eleganz, Sanftheit und Zurückhaltung und hielt sie wie geschaffen für zwischen Pop und Easy Listening angesiedelte Edelhits wie „Walk On By“, „Anyone Who Had A Heart“ oder „Do You Know The Way To San Josй“. Es war in der Tat eine Idealkombination, die bis Anfang der Siebziger Bestand hatte. Danach machte Warwick einige Fehler. An erster Stelle ist hier die Zusammenarbeit mit den Bee Gees zu nennen, die für den qualvollen Ohrwurm „Heartbreaker“ verantwortlich sind. Sogar mit Dieter Bohlen hat Warwick gemeinsame Sache gemacht. Das ist zum Glück nicht der Grund, warum die Cousine der verstorbenen Whitney Houston im Alter von 71 Jahren nun in Berlin auftritt. Die überraschende Konzertansetzung hat vor allem mit dem Album „Only Trust Your Heart“ aus dem Vorjahr zu tun, auf dem die Liebe zu Brasilien und der dortigen Musik, zum Jazz und zu Orchesterballaden zum Ausdruck kommt. Das ist fraglos die Dionne Warwick, die man hören will.

Text: Thomas Weiland

Foto: David Vance

Dionne Warwick Admiralspalast, Di 22.5., 20 Uhr, VVK: 42–60 Ђ

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