Konzerte & Party

Im Magnet: A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers im Magnet in BerlinWenn Oliver Ackermann über Gitarrenpedale spricht, weiß er alles über Obertöne, Phasenverschiebung und Signalinterferenzen. Ackermann kennt die kleinen Geräte, die schon zu Jimi Hendrix’ Füßen lagen, genauestens: Der New Yorker verkauft für die Kultfirma Death By Audio Effektpedale an Leute wie The Edge oder My Bloody Valentine. Sein bester Kunde aber ist er selbst. Nach Ladenschluss ist Ackermann Kopf des Noise-Trios A Place To Bury Strangers. Deren düstere Gitarren-Epen versinken in Feedback-Schwaden, Echos und bedrohlich kriechendem Noise. Das zweite Album, „Exploding Head„, klingt in etwa so, als habe es die Band in einem lichtlosen Röhrentunnel eingespielt. Im Titeltrack hängt jeder knallende Drum-Hieb noch einen Moment in der Luft, hart angeschlagene Gitarrenrhythmen entfalten einen Twang-Sound wie aus einem Gangsterfilm von Ta­ran­­tino; dazu wirft Ackermanns von Natur aus eher zarter Bariton zwielichtige Schatten. Unterwegs fährt das Trio das Tempo hoch, bringt seine Lärmgewitter zur Explosion. Ein bisschen stolz ist die Band denn auch auf entnervte Kommentare lärmempfindlicher Clubbetreiber, wie die Death-By-Audio-Website dokumentiert; etwa: „I’ve only had to wear earplugs twice in my entire life – and both times were tonight!“
Mit ihrem Faible für erdrückende Schallburgen und der Verehrung britischer Helden wie My Bloody Valentine sind A Place To Bury Strangers mittendrin in einem blühenden Shoegazer-Revival um Klangschichter wie Deerhunter, Maps oder The Big Pink. Geht es so weiter, wird John Ackermann künftig wieder viel im Büro zu tun haben und Anfragen bearbeiten – nach Flanger, Fazer und Fuzzbox.

Text: Ulrike Rechel

A Place To Bury Strangers, Magnet, Mo 3.5., 21 Uhr


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