Konzerte & Party

Die Vivian Girls im Bang Bang Club

Vivian Girls

Es ist ein bisschen so, als hätten sich im Lo-Fi-Garagen-Indierock die Teilnahmebedingungen geändert: Es dürfen nur noch hübsche Mädchen in Vintage-Outfits mitmachen. Sie nennen sich Best Coast, Dum Dum Girls und Vivian Girls, und ihre Namen werden immer öfter in einem Satz verwendet. Sie klingen, als probten sie gerade zwei Straßen weiter in der Garage für den ersten Auftritt, und damit die Nachbarschaft sie hören kann, schreien sie in billige Megaphone. Was die Brooklyner Nachbarn der Vivian Girls zu hören bekommen, sind von den Sixties und den Shangri-Las beeinflusste Songs in krachigem, billig produzierten Sound, der in manchen Momenten auch an Surfmusik erinnert. Optisch haben Cassie Ramone, Kickball Katy und Ali Koehler allerdings nicht viel mit Strandgirls gemein. Sie tragen Tattoos, Rockabilly-Pony und Sixties-Kleidchen und ihre Gitarren wirken ein bisschen zu groß. Dass die Beach Boys aber eigentlich auch nach Brooklyn gepasst hätten, beweist das Trio mit dem Cover von „Surf’s Up“ sowie seinem eigenen Song „Surfin Away“. In mehrstimmigen Gesangsharmonien brüllen die Vivian Girls gegen ihre eigene Wall of Sound an und klingen dabei überraschend melodisch. Texte wie „I feel so restless alone and I feel so bored that I wanna go out“ erinnern an Tagebuchaufzeichnungen melancholischer Teenager. Zwei Alben haben die Mädchen damit bereits veröffentlicht – es wird höchste Zeit, dass sie aus ihrer Garage raus kommen.

Text: Silvia Weber

Vivian Girls, Bang Bang Club, Do 15.7., 21 Uhr, VVK: 13 Euro

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