Konzerte & Party

Am Donnerstag im Astra Kulturhaus: Elbow

ElbowEs hatte schon etwas von Routine. Nach Veröffentlichung ihres Debütalbums „Asleep In The Back“ im Jahr 2001 wurden Elbow regelmäßig von Kritikern und Kollegen gelobt, aber die breite Masse fand nicht so recht Zugang zu den schlau und verschlungen strukturierten Epen der nordenglischen Eigenbrötler. Wie auch? Elbow klangen wie eine sperrige Version von Coldplay, adaptierten den Experimentiergeist der späten Talk Talk und ächteten die Tradition britischer Beatmusik. Es war weder konsenstauglich noch trendorientiert, was sie anboten. Es war einfach nur auf eigene Weise gut.
Am Mauerblümchendasein wer­de auch das vierte Album „The Seldom Seen Kid“ bestimmt nichts ändern, dachte man sich folglich letztes Jahr. Der Sänger hörte sich nach tausend Tagen Regen an, und die Musik wirkte zum wiederholten Mal eingängig und verschroben zugleich. Aber siehe da, dieses Mal tat sich plötzlich etwas. Den Anfang machten die britischen Musikkritiker, die Elbow schon immer für ihre alljährliche Auszeichnung, den hoch angesehenen Mercury Music Prize, auf dem Schirm hatten. Jetzt endlich fiel ihre Wahl auch mal auf diese Musiker. Anfang des Jahres erhielten Elbow überraschend den Brit Award als beste britische Band. Laudator: David Hasselhoff. Zu Hause hatte man sie auch nicht vergessen. Zusammen mit Danny Boyle, dem Regisseur von „Trainspotting“ und „Slumdog Millionaire“, erhielten Elbow die Verdienstmedaille ihrer Heimatstadt Bury bei Manchester, wo sich Sänger Guy Garvey und Gitarrist Mark Potter 1990 am College zum ers­ten Mal über den Weg liefen.
Mittlerweile ist das Quintett mehr aus Zufall beim größten Plattenkonzern der Welt gelandet, aber das alles erfüllt Garvey nicht mit Genugtuung. Wichtiger ist ihm das Votum von John Cale.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in tip 12/09 auf der Seite 70.

Text: Thomas Weiland

Elbow, Astra Kulturhaus, Do 28.5., 21 Uhr, VVK: 22 Euro

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