Konzerte & Party

Gute Musik im Lido: Fink (UK)

Fink (UK) im Lido in BerlinFin Greenall alias Fink hat ständig mit zwei Problemen zu kämpfen. Erstens damit, dass sein Künstlername dem einer früher gegründeten deutschen Band gleicht, weshalb Greenall hierzulande etwas unschön als Fink (UK) auftreten muss. Und dann gibt es immer noch Leute, die ihn als jenen elektronischen Musiker in Erinnerung haben, der 2001 auf seinem Debütalbum „Fresh Produce“ zwischen den Genres Hip­Hop und Ambient changierte. Das hat mit der Gegenwart nichts mehr zu tun, inzwischen ist Greenall ein waschechter Singer/­Song­writer. „Ich sage nicht, dass Songs besser als Beats sind, aber man kann mehr mit einem guten Song als mit einem guten Beat ausdrücken“, findet er.
Oft beschränkt sich Greenall auf seine Stimme und sparsame Akkorde auf der Akustikgitarre. Ungewöhnlich klingt es trotzdem, weil der Engländer Nähe zum Folk vermeidet und sich lieber an der Simplizität des traditionellen Blues orientiert. „Ich bin kein Schwarzer, ich komme auch nicht aus Amerika, aber ich habe auch so meine Probleme, bin meistens blank und ständig auf Reisen. Deshalb kann ich schnell eine natürliche Verbindung zwischen mir und einer Platte von John Lee Hooker herstellen.“ Mit seinem aktuellen Album „Sort Of Revolution“ gelingt ihm das besonders gut. Dieses Mal ist auch der Soul-Einfluss allgegenwärtig, was nicht zuletzt an der Mitarbeit von John Legend liegt, der mit Greenall zwei Songs geschrieben hat, darunter das sensationelle fünfminütige, mit Dub-Atmo versetzte „Maker„. Groß.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Verlässlich gut

Fink (UK), Lido, Fr 5.6., 20 Uhr, VVK: 14 Euro

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