Konzerte & Party

Heute im Festsaal Kreuzberg: Superpunk

SuperpunkDie Hamburg-Münchner Band Superpunk musikalisch zu verorten, fällt nicht schwer. Müsste man eine bestimmte Ecke wählen, wäre es wohl die zwischen Die Sterne und Tocotronic. Aber auch Die Goldenen Zitronen und andere Bands der Hamburger Schule kommen in den Sinn, wenn man dem Fünfer zuhört. Die Gruppe um Sänger und Gitarrist Carsten Friedrichs hat nie einen Hehl daraus gemacht, wo ihre Wurzeln liegen. Am wenigs­ten wohl noch auf ihrem 2004er Debüt „A bisserl was geht immer„, das sie mit einem Acht-Spur-Mischpult im Proberaum aufgenommen haben. Entsprechend ruppig, rau und unverfälscht klingt dann auch das, was Superpunk darauf zum Bes­ten geben. An der Schnoddrigkeit und der bereitwillig zur Schau gestellten Missstimmung hat sich bis heute nichts geändert. Die Instrumente rumpeln, schrammelige Gitarren geben dem Ganzen Futter und Bläser und Keyboards ihren Rest dazu. Die Nähe zu Die Sterne und Tocotronic kommt dabei nicht von ungefähr: Der Mann an den Tas­ten, Thies Mynther, ist Produzent der Hamburger Sterne, bei Tocotronic spielte er z.T. die Synthesizer ein. Superpunk sind bei aller Verwandtschaft jedoch schon immer mehr Punk und mehr Soul gewesen als alle Bands, die als Referenz herhalten könnten. Das gibt der Musik einen besonderen Anstrich, der trotz allen Polterns nicht nur eingängig, sondern auch tanzbar ist. Die feine Ironie in den meist politischen Texten ist da nur noch das i-Tüpfelchen.

Text: Nadine Kleber

tip-Bewertung: Fanveranstaltung

Superpunk, Festsaal Kreuzberg, Mi 30.12., 21 Uhr, VVK: 15,50 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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