Konzerte & Party

Am Mittwoch: Midlake im Lido

Midlake_c_BilZelmanFür eine Rockband ist es ein seltenes Vorkommnis: dass mitten auf der Strecke der Sänger aussteigt. Meistens bedeutet dies das Aus. Die Retro-Folkästheten aus Texas fanden sich vor einem Jahr plötzlich ohne Sänger und Hauptsongschreiber Tim Smith wieder. Doch die verbliebenen Musiker füllten die Lücke kurzerhand mit einem Frontmann aus den eigenen Reihen – Eric Pulido, bislang nur als Gitarrist und zweite Chorstimme zu hören. Es war im Frühjahr 2012, als sich bei Midlake Erschöpfung breitmachte. Fast zwei Jahre lang hatte das Sextett an seinem vierten Album gefeilt. Doch das Ziel, das Bandkopf Smith vor Augen hatte, schien immer weiter in die Ferne zu rücken. Schließlich verkündete er seinen Ausstieg. 


„Wir haben nicht lang nachgedacht, sondern waren uns sofort einig, als Band weiterzumachen“, erinnert sich Schlagzeuger McKenzie Smith. Seither sind die Kräfte neu sortiert, ein komplett neues Album entstand in sechs improvisationsreichen Monaten. Insbesondere Pulido füllt auf „Antiphon“ seine neue Funktion faszinierend aus: In Songs wie dem psychedelisch gefärbten Titelstück verbindet sich der zeitlose Folkrock-Tenor des 34-Jährigen fließend mit dem warmen Klangkorpus um Analog-Synthesizer, Piano, akustische und teils mit Twang, teils mit Fuzz-Effekten versetzten E-Gitarren. „Ich glaube, dass in dieser Band viel Potenzial geschlummert hat, das bislang ungenutzt blieb“, schwärmt Drummer Smith, der auf dem neuen Album förmlich aufblüht.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Bil Zelmann

Midlake Lido, Mi 30.10., 20 Uhr, VVK: 15 Euro zzgl. Gebühr

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